Nina Jäckle:  Zielinski

Der Roman beginnt sehr sonderbar und der Leser sollte Geduld mit sich und diesem Buch mitbringen, es wird sich lohnen, ich habe es erfahren.

Zielinski ist der Gegenspieler des Erzählers. Der stellt sich nicht einmal vor, vielleicht es er so sehr von Zielinski beeindruckt. Manchmal schien mir der Erzähler zum greifen nah und ich befürchtete mich mit ihm zu identifizieren.

Der Erzähler spricht mit Zielinski oder sollte ich besser sagen, er spricht mit seinem Schatten? So wie ein Schattenbild, mal länger und mal kürzer, vom Lichteinfall abhängig ist, so ist Zielinski vom Erzähler abhängig, der muss es nur endlich kapieren.

Das Fremdsein in der sich rasant verändernden Welt, in auseinanderbrechenden Familien und vor allem das zunehmende Fremdsein vor sich selbst, dass beschäftigt die beiden Typen dieses Buches.

Reales und Fiktion scheinen sich in diesem Roman zu verwischen. Nina Jäckles Buch lädt mich ständig dazu ein, das Lesen zu unterbrechen und meinen eigenen Zielinski zu fragen ob er denn da ist.

Selbst wenn dieses Buch gelesen ist, ist man längst nicht fertig damit, aber bei Nina Jäckle war dies ja sowieso klar!

 

Klöpfer & Meyer, ISBN 978-3-86351-002-2, Preis 18, 90 Euro

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