Tobias Haberl:  Wie ich mal rot wurde

Warum wird eigentlich über die LINKE immer so einseitig berichtet? Tobias Haberl assoziierte mit der LINKEN das gleiche, wie Millionene anderer Menschen in Deutschland: Kommunisten, DDR, Stasi, Spinner, Utopisten,...

Aber Haberl ist Journalist und will wissen, wie sie wirklich ist, die LINKE. Also wird er Mitglied, auch wenn er selbst, aus einer konservativen Arztfamilie stammend, niemals die LINKE wählen würde und sich mit ihren Ideen nicht anfreunden kann. Aber er will wissen, was das für Menschen sind, die die LINKE wählen, die sich für sie engagieren.

Haberl geht zu den Parteisitzungen, betreut Wahlkampfstände, geht auf Demos, ... Überzeugt wird er trotzdem nicht. Aber er lernt Menschen kennen, die von dem, was sie tun überzeugt sind. Da sind Valerie und German, die von Hartz-IV leben, beide aber aus ganz unterschiedlichen Gründen in der LINKEN sind. Haberl merkt, wie prägend die Geschichte jedes einzelnen ist und er ist beeindruckt vom persönlichen echten Engagement einiger seiner Genossen.

Am Ende seines einjährigen Experimentes ist Haberl kein LINKER geworden, im Gegenteil. Aber er ist parteiskeptischer geworden und um einige Erfahrungen reicher.

Dieses Buch ist mit einer guten Portion Selbstironie geschrieben. Haberl hinterfragt immer wieder die Parteiziele und Vorstellungen, aber auch seinen eigenen Lebensstil. Er bietet einen Einblick in die Partei DIE LINKE aus einem kritischen, aber nicht ablehnenden Blickwinkel.

 

Luchterhand, ISBN 978-3-630-87352-7, Preis 14,99 Euro

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