Mark Braverman:  Verhängnisvolle Scham

Mark Braverman teilt nicht ein in ein israelisches oder ein palästinensisches Volk. Der jüdische Autor sagt ganz einfach und damit Denkschablonen verlassend: "Mein Volk sind diejenigen, die den Frieden wollen."

Der Autor ist amerikanischer Jude, Jahrgang 48 und er wurde so erzogen wie fast alle seiner Generation. Demnach gibt es zwei Feinde: " ... die Deutschen wegen der Dinge, die sie uns angetan hatten, und die Araber wegen der Dinge, die sie uns antun würden, wenn wir uns nicht gegen ihren mörderischen Hass zur Wehr setzten."

Als Braverman dann aus Amerika kommend selbst nach Israel kam und sah wie diese Erziehung sich in der politischen Realität zeigt und als der Autor zum ersten Mal in seinem Leben in der Westbank unterwegs war und Palästinenser traf, da begann sein Ausbruch aus seiner bisherigen anerzogenen Sicht auf die Dinge: "Mir dämmerte die Einsicht, dass wir eine Lösung für unsere Geschichte der Verfolgung und des Leidens nicht würden erreichen können, indem wir ein anderes Volk unterdrückten." Ein sehr mutiger Satz für einen Juden!

Auf beeindruckende Weise macht Mark Braverman in seinem Buch deutlich, dass sich unsere christlichen Kirchen dringend in diesem Konflikt zu Wort melden sollten. Sie sollten es um ihrer eigenen Glaubwürdigkeit tun, aber auch weil viele Menschen in Israel darauf warten. Braverman hat solche Menschen getroffen!

Dieses Buch gewinnt noch an Brisanz, weil der Autor wichtige Stellen seiner Arbeit mit biblischen Quellen belegt. So unter anderem: "Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!" (Markus 1,3)

Leider hört man heute Stimmen wie die von Mark Braverman nicht oft, dafür wird es viele geben die ihn kritisieren. Ich bin ihm dankbar für dieses Buch.

Bravermans Kritiker sollten nicht vergessen, sein Buch hat er aus Liebe zu Israel geschrieben!

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-06684-4, Preis 29, 99 Euro

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