Haley Tanner:  Vaclav und Lena

Haley Tanner schafft ein Gefühl dafür wie sich viele Russen in Amerika fühlen. Leider ist dies ein Thema, dass nicht oft in der Öffentlichkeit thematisiert wird.

Die 1982 in New York geborene Autorin tut dies und hat damit eine herrliche und doch auch schmerzliche Liebesgeschichte zu Papier gebracht.

Vaclav lebt mit seiner Mutter und seinem ewig auf dem Sofa sitzenden und russisches Satellitenfernsehen schauenden Vater in geordneten Verhältnissen. Die heimatlose Lena allerdings wohnt bei einer angeblichen Tante.

Als Vaclav und Lena sich als Schüler zum ersten Mal sehen, entsteht eine nicht einfache Freundschaft. Vaclav macht regelmäßig für Lena die Hausaufgaben. Lena stiehlt regelmäßig aus der Wohnung von Vaclav Nahrungsmittel.

Eines Tages ist Lena jedoch verschwunden. Haley Tanner hat keinen geschlossenen Roman geschrieben. Es ist vielmehr eine Aneinanderreihung vieler Texte mit Zwischenüberschriften. Dem Leser wird es ermöglicht sehr genau die Biografie beider Jugendlicher zu verfolgen. Wie bei einem Puzzlespiel fügt sich erst nach und nach alles zusammen.

Monate später ruft Lena plötzlich Vaclav an. Nach langer Zeit sehen sie sich wieder und wissen, sie gehören zusammen. Lena erzählt von ihrem Plan ihre leiblichen Eltern finden zu wollen. Sie will unbedingt zurück nach Russland um ihre Lücken zu schließen. Dabei weiß sie noch nicht einmal ob sie in Amerika oder Russland geboren wurde.

Haley Tanner hat mit diesem Buch der Liebe ein Denkmal gesetzt!

 

dtv, ISBN 978-3-423-24867-9, Preis 14, 90 Euro

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