Andreas von Retyi:  Unzensiert 2011

 

". . . es ist immer wieder erstaunlich, wie wir von offizieller Seite an der Nase herumgeführt werden!" sagt der Autor dieses Buches. Und der Wissenschaftsjournalist Andreas von Retyi setzt noch eins drauf: "Die großen Medien", sagt er: "sind abhängig von Politik, Industrie, Geheimdiensten und einer diktierten Konvention. Diese Medien müssen mit den Wölfen heulen."

Der Autor beleuchtet ein äußerst breites Themenspektrum und brilliert mit detailreichen Berichten, beispielsweise über die Vorgänge im französischen Pont - Saint - Esprit. Was hatte der CIA am 16. August 1951 dort zu tun? Warum wurden die Bewohner der Ortes urplötzlich von Halluzinationen ergriffen? Von Retyi legt Informationen auf den Tisch die nicht nur verblüffen sondern vor allem wütend machen, weil sie bisher nicht veröffentlicht wurden.

Auch was es mit den weltweit größten Opiumanbaugebieten im Grenzgebiet Afghanistan - Pakistan auf sich hat und wer unter anderem davon profitiert, gehört ebenso zu den Themen die der Autor in seinem Buch aufgreift.

Selbst mit dem angeblichen Selbstmord der prominenten Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig beschäftigt sich der Autor. Wie viele andere hat auch er erhebliche Zweifel an einem Suizid der Berliner Richterin. Von Retyi trägt alle Fakten zusammen, macht die zahlreichen Widersprüche der Polizei sehr deutlich und kommt zu dem Schluß, egal ob Mord oder Selbstmord, an dem nun schon monatelangen Vorwürfen hat allein die aufklärende Polizei Schuld. Statt aufzuklären, bleibt sie immer wieder in ihren Widersprüchen gefesselt stecken.

Sachbuchautor von Retyi nimmt viele weitere Themen auf. Ich kann nicht einschätzen ob er der Wahrheit dichter auf der Spur ist, als alle anderen, aber ich fühle mich von ihm auf Augenhöhe ernst genommen. Ich habe den Eindruck, was er weiß sagt er auch, leider scheint er mit dieser Einstellung in unserer gegenwärtigen Medienlandschaft eine Ausnahme zu sein.

 

Christian  Döring

Kopp, ISBN 978-3-942016-56-8, Preis 19, 95 Euro

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