Hope M. Harrison:  Ulbrichts Mauer

Dieses Buch macht es dem historisch interessierten Leser nicht ganz einfach. Es setzt einiges an Kenntnissen voraus und es liest sich zumindest durch die Fülle der mitgelieferten Informationen nicht ganz so einfach.

Von den 512 Seiten des Buches sind allein den Anmerkungen 123 Seiten vorbehalten. Außerdem steckt dieses Buch voller Jahreszahlen und gleicht beinah einer Doktorarbeit.

Die amerikanische Professorin Hope M. Harrison betrachtet in ihrem Buch den Mauerbau sehr genau. Sie zeichnet die wesentlichen Entwicklungen nach, die zum Bau der Mauer führten. Interessant sind die Ausführungen zu den Meinungsverschiedenheiten zwischen Ulbricht und Chruschtschow, der lange nicht für den Mauerbau zu haben war.

Sehr speziell wird es dann als die Amerikanerin sich den innerparteilichen Diskussionen in der sowjetischen KPdSU und der SED in der DDR widmet. Sie analysiert Machtkämpfe und den Prozeß der Meinungsbildung.

Harrison tut dies alles mit größter Akribi und wird in Studenten und anderen am Thema Interessierten dankbare Leser finden. Für den "normalen" Laien allerdings halte ich dieses Buch für eine Überforderung.

 

Propyläen, ISBN 978-3-549-07402-2, Preis 24, 99 Euro

Nach oben