Chris Marten:  Todespfad

Mitten im Ruhrgebiet, in der Stadt Essen, wird ein schwarzes Mädchen ermordet. Bei diesem Mädchen und auch bei anderen Opfern, die noch gefunden werden, finden die Ermittler Masken und Amulette sowie arabische Schriftzeichen.

Chris Marten gelingt es sehr geschickt europäische Doppeldeutigkeiten und afrikanische Riten und auch Aberglaube aufeinanderprallen zu lassen.

Der Verlauf des Thrillers ist voller Gesellschaftskritik und zeigt immer wieder die tiefe kulturelle und soziale Kluft der Kontinente. Vor allem auch das Ende des Buches klingt für mich nicht gerade hoffnungsvoll. Zugegebenermaßen muss man eingestehen: Chris Marten zeichnet in seinem Thriller ein reales Bild des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen!

Die Themen des Buches gehen weit über die Morde und die Jagd nach den Mördern hinaus. Stellenweise wird meine Wut beim Lesen über das Unvermögen einer friedlichen Koexistenz beider Kulturen größer als Martens Handlungsstrang zu folgen.

Alles was man sonst in Zeitungsmeldungen oder guten Reportagen zu hören bekommt, erlebe ich in diesem sehr guten Buch in allen Details.

Authentisch und real trifft der Leser hier auf eine Welt, die nicht gerade vor Hoffnung sprüht, alles andere wäre gelogen.

Unbedingt lesenswert!

 

Lübbe, ISBN 978-3-431-03831-6, Preis 19, 99 Euro

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