Gordon MacDonald:  Tiefgänger

Gordon MacDonald hat mich vor ein paar Monaten mit seinem Buch "Ich will meine Gemeinde zurück" begeistert. In aller Offenheit ermöglichte der Autor dort seinen Lesern einen Einblick in eine Gemeinde, die ihre nötigen Veränderungen in Angriff nimmt.

In diesem vorliegenden Buch nun beschreibt MacDonald widerum sehr persönlich was eine Gemeinde heute braucht um in der Zukunft weiter missionarisch aktiv sein zu können. Ein Nachbar von Gordon MacDonald, wie der Autor selbst sagt, ein entkirchlichter Mann, erklärt dem Autor ganz zu Beginn des Buches was eine Fahrstuhlstory ist. Nämlich eine so kurze Zusammenfassung eines Produkts oder in diesem Falle einer Gemeinde, die man unten im Fahrstuhl beginnt zu lesen und steigt man oben aus, hat man den Text gelesen und ist begeistert und neugierig auf die Gemeinde. MacDonalds Nachbar erwartet vom Autor solch eine Fahrstuhlstory von seiner Gemeinde und dieser merkt wie schwer es ihm fällt so eine Story zu schreiben.

Dies ist der Beginn eines langen Weges von Überlegungen die der Autor über die Zukunftsfähigkeit seiner Gemeinde anstellt. Ein Roman im herkömmlichen Sinne, wie der Verlag es ankündigt, ist dieses Buch nicht, dafür aber eine Aneinanderreihung von Treffen und Gesprächen die der Autor mit Freunden und Gemeindeältesten hat und in denen weiter überlegt wird, wie es möglich sein wird, weiter Menschen zu gewinnen, die sich intensiv mit der biblischen Botschaft auseinandersetzen und so zu "Tiefgängern" werden können.

Dazu schaut sich MacGordon sehr genau die Gemeinde zu Ephesus an. Die unterschiedlichen Entwicklungsphasen beschreibt der Autor und geht dabei der Frage nach wie es geschehen konnte, dass die Christen in Ephesus eines Tages: " . . . den väterlichen Rat von Paulus vergessen haben."

Ganz gewiss wird dieses Buch, wegen seines gut auf die Gemeindepraxis hin angelegten Inhaltes, schon bald eine weitere Auflage erleben, dann sollten jedoch die Tagebucheinträge und Briefauszüge die jedem Kapitel vorangestellt sind, unbedingt in einer leserfreundlicheren Schriftart gedruckt werden. So wie sie jetzt in diesem Buch stehen sind sie zumindest für mich nur sehr schwer lesbar.

"Ohne eine große Anzahl von Tiefgängern - geistlichen Leitern - wird sich die Kirche von Morgen aber in Belanglosigkeit verlieren." schreibt der Autor und zu diesem Schluß kommt man auch beim Lesen seines Buches. Gut nachvollziehbar entwickelt der Autor hier Konzepte die es ermöglichen Menschen einen geistlichen Mentor an die Seite zu stellen, auf dass auch sie ein Tiefgänger werden.

Wieder einmal schreibt hier ein amerikanischer Autor über gemeindliche Visionen aus amerkanischer Sicht, allerdings was er an geistlichen Inhalten bringt ist so faszinierend und inspirierend, dass es einem in den Fingern kitzelt aus den Visionen des Gordon MacDonald auch in Deutschland Realitäten werden zu lassen!

Unbedingte Leseempfehlung!

SCM R. Brockhaus, ISBN 978-3-417-26464-7, Preis 19, 95 Euro

 

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