Ines Thorn:  Teufelsmond

"Das Böse ... ist die Entfernung von Gott."

Wieder einmal spielt eine Story der Ines Thorn im hessischen Land. Pater Fürchtegott wurde von seinen Vorgesetzten aus dem Kloster hinausgeschickt um Nachzehrern und Lazarusbrüdern das Handwerk zu legen. Unterwegs trifft er auf Klara. Die ist von zu Hause abgehauen, weil sie es bei der Stiefmutter nicht mehr aushielt und auch nicht den brutalsten Mann des Dorfes heiraten wollte.

Dieses Team nun, gelangt in das 200 Seelendorf Alwerode. Dort treffen sie im Jahre 1536 auf Aberglaube in Hülle und Fülle. Allen die irgendwie anders sind, wird schnell etwas Böses untergeschoben. Aus Angst will man Menschen die vielleicht ein klein wenig anders sind oder nicht in vorgefertigte Schablonen passen schnell loswerden. Wie ist dabei oft egal.

Auch in diesem Dorf gibt es so eine Familie. Etwas abseits vom Dorf auf einem kleinen Hügel lebt die Familie des Müllers in der Michaelsmühle. Schon lange ist diese Familie den Dorfleuten ein Dorn im Auge, nun sterben Innerhalb kurzer Zeit gleich mehrere Familienangehörige und alle Dorfbewohner haben schließlich  Angst vor Nachzehrern, das sind Menschen die des Nachts aus dem Totenreich kommen um noch Lebende ins Totenreich zu holen. Pater Fürchtegott und Klara tun alles um aufzuklären und den Menschen in der Michaelsmühle zu helfen, aber schließlich fassen die Dorfleute den Beschluss die Michelsmühle niederzubrennen.

Über einige inhaltliche Schnitzer bin ich beim Lesen gestolpert: Woher weiß Klara plötzlich, dass in dem einen Haus in Alwerode die dürre Bernadette wohnt und in dem anderen der Dorfschulze? Sie war erst am Abend zuvor mit dem Pater in schwerem Sturm ins Pfarrhaus geflüchtet. Diese plötzliche Ortskenntnis am nächsten Morgen ist mir unerklärlich (Seite 76). Ein weiteres Beispiel: Männer aus dem Dorf buddeln nachts direkt neben der Mühle auf dem Mühlenfriedhof einen Sarg aus, öffnen ihn und nageln ihn wieder zu und der Müller hört und sieht in der Nacht und am nächsten Morgen nichts? Das klaube ich nicht (Seite 213).Der Verlag wird zu klären haben wem diese Ungereimtheiten anzulasten sind.

Dennoch liest sich der Roman leicht und macht sehr eindrücklich klar wohin Aberglaube und Missgunst führen können!

Wunderlich, ISBN 978-3-805-25017-7, Preis 16, 95 Euro

 

 

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