Friedrich Ani:  Süden

Bei "Süden" handelt es sich in diesem Falle nicht etwa um die Himmelsrichtung, nein, es geht um den Helden der Geschichte. Der ehemalige Polizist Tabor Süden kehrt nach München zurück und heuert bei einer Dedektei an. Der Leser wird nun Zeuge wie Süden seinen ersten Fall löst. Den Wirt Raimund Zacherl soll er finden. Seit zwei Jahren ist der verschwunden und seine Frau wartet auf ihn.

Als Süden zum ersten Mal Frau Zacherl gegenübersitzt wird ihm klar, dass der Wirt sicher noch lebt. Der Dedektiv sucht und findet nun Freunde und ehemalige Kollegen vom Wirt und er beginnt zu begreifen, dass Zacherl sich nicht nur in den letzten Jahren verändert, sondern vielleicht sogar ein Doppelleben der Gefühle geführt hat.

Friedrich Ani verknüpft in seinem spannenden Roman gleich mehrere Geschichten in denen Menschen verschwinden. Zacherl bleibt zwar stets das erste Ziel das Süden versucht zu finden, aber Ani zeigt sehr deutlich warum Menschen spurlos gewohnte Lebensbahnen verlassen.

"Stationen ablaufen" wird das irgendwann einmal im Roman genannt. Manchmal verändern sich Menschen, passen nicht mehr in das bisherigeLeben und Umfeld, in das sie bis gestern noch meinten hineinzupassen. Wenn dann noch die Unfähigkeit des nicht miteinander redens hinzukommt, dann laufen Menschen plötzlich weg.

Auch wenn ich Anfangs dachte die drei Erzählstränge gehören eigentlich nicht zusammen, so fanden sie doch beim weiteren Lesen immer weiter zusammen. Dabei geht es auch um die Lebensgeschichte des Dedektivs. Auch er sucht jemanden aus seinem Umfeld. Seinen Vater hat er seit vielen Jahren nicht mehr gesehen.

Der in München lebende Ani hat einen empfehlenswerten Roman geschrieben der in München spielt und der eindeutig klarmacht, achte auf Deinen Nächsten!

 

Droemer, ISBN 978-3-426-19907-7, Preis 19, 99 Euro

 

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