Rosenbach / Stark:  Staatsfeind WikiLeaks

 

1984 war es als 5 Freunde zusammensaßen und von Wikileaks träumten. Computer - Szene - Veteran John Young lies "wikileaks.org", "wikileaks.cn" und "wikileaks.info" registrieren.

Damit begann was die USA heute als Staatsfeind einstuft. Wikileaks war geboren. Selbst sagt der harte Kern um Julian Assange: "wikileaks kann der mächtigste Geheimdienst der welt werden, ein Geheimdienst des Volkes." Klingt nicht schlecht, aber bei der Lektüre bleibe ich diesem Satz gegenüber skeptisch.

Jeder der sich heute auch nur ein klein wenig um Politik kümmert kennt Wikileaks. Sie haben sich auf ihre Fahnen geschrieben, dass alles was geheim ist, ab sofort für jeden per Tastatur zugänglich sein soll. Eine politische Standortbestimmung ist allerdings weder von Assange noch einem anderen Verantwortlichen zu bekommen.

Die Autoren des Buches bestätigen sich hier als Chronisten von Wikileaks, vielmehr ist wohl auch nicht möglich, denn Assange lässt sich nicht in seine Karten schauen. Ob er ein Linker sei wurde er einmal gefragt. Seine Antwort: "Das würde ich schon deshalb nicht beantworten, weil es nichts hilft." Macht sich nicht jemand unglaubwürdig der alles geheime offen legen will?

Nach dem ich das Buch gelesen habe sind meine Anfangssympathien für Wikileaks nicht größer geworden. Beide Autoren haben mir einen Julian Assange beschrieben der widersprüchlich ist und der eine Aura pflegt, durch die er nur sehr wenige hindurchblicken lässt. Ob dies nun für seine Arbeit lebensnotwendig ist, mag sein, aber wenn Wikileaks so untransparent bleibt und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich etwas ändert, begegne ich diesem Netzwerk sehr mißtrauisch.

Ein sehr informatives, empfehlenswertes Buch, dass man lesen sollte um einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können!

 

Christian Döring

 

DVA, ISBN 978-3-421-04518-8, Preis 14, 99 Euro

 

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