Arto Paasilinna:  Schutzengel mit ohne Flügel

Dieser kleine humorvolle Roman ist das Eingeständnis, dass es auch unter Engeln schwarze Schafe gibt. Der im letzten Winter verstorbene 82 jährige Sulo Auvinen ist heute als Schutzengel unterwegs. Aber so wie er schon zu Zeiten da er noch Religionslehrer war ein freundlicher Tolpatsch war, so geht ihm auch als Schutzengel einiges schief.

Zunächst muss er mit vielen anderen Engeln zu einer Schulung. Der heilige Petrus und der Engel Gabriel wollen den Beschützergedanken der Engel stärken und festigen, aber sie wollen ganz besonders auch: "die künftigen Schutzengel zu einer möglichst effizienten himmlischen Ressource heranbilden."

Sulo Anvinen freut sich auf seinen Dienst als Schutzengel und er bekommt Aaro Korhonen zugewiesen. Um ihn soll er sich kümmern, für ihn soll er da sein. Dabei bringt der Schutzengel Sulo vielleicht mehr Aufregung in das Leben des 40 jährigen Aaro. Der hat sich gerade ein Cafe gekauft und will es um ein Antiquariat erweitern. Im Angebot werden im Cafe natürlich auch alkoholische Getränke sein. Dies kann Schutzengel Sulo nicht gefallen und er verhindert die Genehmigung der Anträge durch die Behörden und genehmigte Anträge müssen nun einmal vorliegen bevor ein Cafe eröffnet werden darf.

In seinem Heimatland Finnland ist Arto Paasilinna einer der populärsten Gegenwartsautoren. In diesem vorliegenden Buch wird beim Lesen sicher viel gelacht werden. Es geht nicht um die Vertiefung theologischer Kenntnisse, auch nicht um die Existenzfrage von Engeln - es geht ganz einfach um unseren Alltag und Engel gehören nun einmal dazu und dabei ist es völlig egal wie groß die Spannweite ihrer Flügel ist.

Lübbe, ISBN 978-3-431-03827-9, Preis 18, 99 Euro

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