www.buecherveraendernleben.npage.eu hatte Gelegenheit mit Rainer M. Osinger ein Interview zu führen.

 

Christian Döring: Lieber Rainer, seit wann machst Du Kinderbücher und wie kam es dazu?
 
Rainer M. Osinger: Ich bin schon seit vielen Jahren selbständiger Grafiker, Illustrator und Bildender Künstler, schreibe und erzähle auch schon seit langem Geschichten für Kinder, da es auf diese Weise am einfachsten und prägnantesten ist ihnen wichtige Werte für das Leben mit auf ihren Weg zu geben. Als Vater von sieben wunderbaren Geschöpfen kam es dann auch dazu mal eine Geschichte für die Kinder ganz konkret zu illustrieren in Buchform zu bringen und schließlich dann auch zu veröffentlichen.

 Christian Döring: Ich verrate Dir mal etwas, Deinen "Papa Hoppe gibt nicht auf" halte ich für das schönste Deiner Bücher. Du benennst ein gesellschaftliches Problem und versprichst in der Geschichte nicht das Blaue vom Himmel. Das find ich gut. Was meinst Du, was ist für die Kinder das Wichtigste am Kinderbuch, der Text oder die Bilder?

Rainer M. Osinger: Sicher ist es zuerst der Text und die Botschaft. Die Bilder sollen dann helfen das gemeinte für Kinder möglichst prägnant zu visualisieren, erklären und unterstreichen.

 

 

 

Familie Osinger

 

Christian Döring: Was meinst Du hat die Bereitschaft von Kindern in den letzten Jahren ein Kinderbuch anzuschauen abgenommen? Sie haben doch heute eine viel größere Auswahlmöglichkeit an Medien.

Rainer M. Osinger: Ja leider schon. Das hat natürlich mit den Erwachsenen zu tun die den Kindern heute lieber Computerspiele kaufen als ein Buch und ihnen die liebe zum Buch auch kaum mehr vermitteln. Natürlich gibt es hier Ausnahmen doch geht der Bezug zum Buch bei Kindern und Jugendlichen allgemein zurück. Fernseher, Computer und Handy nehmen zu viel ihrer Zeit in Anspruch, so dass leider nur mehr wenig Interesse zum Lesen bleibt.

Christian Döring: Wenn Du jetzt die Möglichkeit hättest vor Eltern zu reden, wie würdest Du ihnen die Wichtigkeit von Kinderbüchern begründen?

Rainer M. Osinger: Ich würde vor allem darauf hinweisen das das Lesen die Kreativität und Denkfähigkeit sehr stark fördert!
Ganz im Gegensatz zu Fernsehen und Computerspielen bei denen viele Teile des Gehirns absolut brach liegen
und das Kind kaum etwas lernt. Es sind einfach passive Medien, die keine Anforderungen an den Konsumenten stellen.
Auch wird beim Lesen Wortschatz, Sprachgebrauch und Konzentrationsfähigkeit gebildet, ganz im Gegensatz zum Fernseher. Lesen ist auch Vorraussetzung dafür, sich selbst Wissen anzueignen. Lesen ist Grundlage und Fundament des Lernens. Ohne die Fähigkeit, Buchstaben zu einem sinnvollen Satz zu verbinden, ist selbstmotiviertes Lernen nicht möglich.
Die Fähigkeit zu lesen, beginnt schon beim Vorlesen in der Kindheit. Hier können Eltern die Begeisterung für Bücher, die Neugierde auf Texte, andere Gedanken, andere Menschen und andere Kulturen wecken. Und ebenso kann man über gute Literatur den Kindern Werte vermitteln die sie schließlich durch ihr ganzes Leben begleiten und stärken werden.

Christian Döring: Deine letzte Antwort ist druckreif für einen guten Erziehungsratgeber, ich würde sie gleich mitunterschreiben. Hier auf dieser Seite, wird dieses Interview mit Dir von Büchernarren gelesen. Was glaubst Du, wie kann es gelingen Büchern verstärkt Zutritt in ein normales Kinderzimmer zu verschaffen?

Rainer M. Osinger: Durch andere Signale in den Medien und durch ein viel stärkeres Bewusstsein machen wie wichtig das Lesen für das Wachstum des Gehirns eines Kindes ist. Leider merken und wissen viele Eltern gar nicht wie wichtig es wäre den Kindern das Buch lieb zu machen. Eltern und Großeltern sind also gefragt die schon mit ihren kleinen Kindern lesen, vorlesen und dann ebenso über die Inhalte reden und diskutieren.

Christian Döring: Drei Deiner Bücher habe ich gelesen, sie sind alle in unterschiedlichen Verlagen erschienen. Woran liegt das? Gibt es zu viele Kinderbuchautoren oder zu viele Kinderbuchverlage?
 
Rainer M. Osinger:Das liegt einfach an den doch sehr unterschiedlichen Themen. Die Verlage suchen Bücher und Geschichten die am ehesten in ihr Verlagsprofil passen...

Christian Döring: Ich hatte es Dir ja schon verraten, Deinen "Papa Hoppe" halte ich für Dein bislang bestes Buch. Es ist im Buchecker Verlag erschienen. Als kleine Überraschung habe ich den Verlagschef höchst persönlich eingeladen Dir die letzte Frage unseres Interviews zu stellen:

Andreas Drexler: Lieber Herr Osinger, was ist Ihre allerwichtigste Botschaft an die Kinder?

Rainer M. Osinger: Ihnen Werte wie Glaube, Liebe, Freundschaft, Teilen, Zufriedenheit, Versöhnung und Vergebung zu vermitteln welche sie stark für das Leben machen und ihnen auch zu helfen vom materialistischen Denken Abstand zu finden.


Christian Döring: Dir, deinen Büchern und deiner Familie weiterhin alles Gute und herzlichen Dank für das Gespräch.

 

 

 

 

 

 

 Rainer M. Osinger: Papa Hoppe gibt nicht auf

In diesem Kinderbuch beschreibt der bekannte Kinderbuchautor Rainer Osinger aus Kärnten eine wunderbare Familienidylle. Vater, Mutter und Tochter Marie leben glücklich zusammen in ihrem Haus.

Aber dann ziehen dunkle Wolken am Himmel auf. Papa Hoppe wird arbeitslos. Das Geld in der Familienkasse wird weniger und Marie merkt, dass ihr Vater oft traurig ist.

Alle in der kleinen Familie gehen täglich ihren Weg. Die Mutter kocht und putzt und Marie geht fleißig in die Schule, nur der Vater weiß nichts Rechtes mit sich anzufangen. Aber dann klettert er auf die alte Buche die auf dem Hof steht und überlegt, ich könnte mich ja auch im Haus nützlich machen.

Papa Hoppe hilft viel im Haushalt, erledigt kleinere Reperaturen, die für die Mutter nicht zu schaffen waren und er beschließt alles so zu nehmen wie es nun mal ist. Sich ständig Sorgen zu machen, bringt auch nichts denkt er sich.

Rainer Osinger gelingt es in diesem Buch sehr gut zu zeigen, was das eigentlich Wichtige im Leben ist. Geht es wirklich nur darum finanziell mit den Mitschülern mitzuhalten oder gibt es da noch andere wichtige Sachen?

Gut, dass der Vater am Ende des Buches noch immer keine Arbeit hat, dann wäre die Geschichte unglaubhaft. Osinger bringt andere Dinge ins Spiel und zeigt wie Hoffnungszeichen zum Weiterleben gesetzt werden können und wie jeder selbst Zukunftsängste besiegen kann.

Buchecker Verlag, ISBN 978-3-93615-621-8, Preis 12, 80 Euro

 

 

 

 

 

 Rainer M. Osinger: Muffy Melone und das fliegende Moped

Ein sehr ungleichbares Paar lebt in aller Freundschaft zusammen. Der Hund Muffy Melone, seines Zeichens Erfinder und die Ente Mops. Auch wenn sie sehr klein war und nicht gerade mutig, dies behinderte die innige Freundschaft keinesfalls. Muffy Melone half, wenn es drauf ankam mit seinem Mut aus.

Beide wollten wieder einmal zusammen etwas erfinden und machten sich auf den Weg zum nächsten Schrottplatz. Nach kurzer Suche bereits entdeckten sie in einem längst kaputten Moped ein herrliches Flugped, das Beste an ihm war, nach kurzer Bauzeit bereits konnte das Flugped tatsächlich fliegen.

Osinger nimmt eine Portion Phantasie und Abenteuerlust, zeichnet dazu seine detailreichen Bilder und schon kann sich kein Kind mehr diesem Buch gegenüber verschließen. Erwähnenswert ist bei seinen Illustationen auch, dass er sie nicht farbübergewichtig präsentiert, sondern sparsam mit Farbe umgeht und so die Phantasie der Kinder noch mehr herausfordert.

Am Ende der Geschichte ist es völlig egal ob das Flugped nun fliegt oder schon nach ein paar Metern wieder abstürzt. Was zählt ist nur die Freundschaft zwischen Muffy Melone und Ente Mops. Sie können sich halt aufeinander verlassen und erleben herrliche Abenteuer miteinander.

Monika Fuchs Verlag, ISBN 978-3-940078-17-9, Preis 12, 90 Euro

 

 

 

 

 

Rainer M. Osinger: Der glückliche Wehamili

Wehamili selbst erzählt in diesem Kinderbuch seine Geschichte. Mit Fäusten und Ellbogen schlägt er sich durch den Tag.

Was dem Wehamili fehlte, dass waren seine kindliche Fröhlichkeit und auch Freunde hatte er keine. Jeden Tag der Beste sein zu wollen war anstrengend, alle bewunderten ihn, aber niemand hatte ihn gern.

Plötzlich sieht Wehamili den Schüler Dubimiwi und macht sich über ihn lustig. Hinterm Ohr hat er ein Hörgerät und auf der Nase eine dicke Brille, Wehamili sorgt dafür, dass alle Dubimiwi auslachen. Noch ahnt niemand etwas, aber genau an diesem Punkt beginnen gewaltige Veränderungen.

Wehamili hat einen Unfall. Und wer kümmert sich um ihn? Freunde hat er keine, dafür kommt Dubimiwi. Beide Jungen kommen sich näher und entdecken, dass es einen Validi gibt. Dieser Validi ist immer bei ihnen, auch wenn sie meinen allein zu sein.

Wehamili fühlt sich von nun an sehr wohl in Gebenreich. Endlich hat er einen Freund und Validi.Rainer Osinger macht die Freundschaft zu einem großen Thema, ebenso macht er Kinder auf einfache Weise mit Gott bekannt.

Auch wenn es ein gutes nachdenklich machendes Kinderbuch ist, empfehle ich es gern weiter. Vielleicht ist es für manch ein Kind und dessen Eltern die Geburtsstätte von Gottvertrauen.

d & d, ISBN 978-3-932842-91-7, Preis 12, 50 Euro

 

 

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