Christa Wiemann:  Rache ist bitter

Angela Barkhausen verliert bei einem Autounfall ihren Mann und ihre Kinder. Der Arzt der noch um das Leben eines ihrer Kinder gekämpft hatte, kümmert sich um Angela. Schnell wird daraus mehr.

Glücklicherweise beinhaltet die Story mehr als nur eine seichte Liebesgeschichte. Es geht bei beiden Protagonisten um ihre Erfahrungen mit dem lieben Gott. Angela Barkhausen ist Christin, aktiv in ihrer Kirchengemeinde und geht sogar zum Unfallverursacher um ihm zu vergeben, damit er selbst nicht vor Schuldgefühlen umkommt. Der Arzt Ruven Chalmi dagegen hat es nach einer schief gelaufenen Ehe mit dem lieben Gott aufgegeben.

Christa Wiemann benutzt in ihrer lesenswerten Geschichte beide Personen um ihre Gedanken über Glaube, Vergebung und Liebe auszudrücken.

Einiges ist mir beim Lesen dann aber doch aufgefallen. Ruven Chalmi wird ständig und immer wieder aufs Neue als "schöner Mann" beschrieben. Im Krankenhaus sind alle Schwestern hinter ihm her, ja sogar in der Kirchengemeinde wird er sofort von Frauen umzingelt. Diese Darstellungsweise scheint mir ein wenig übertrieben zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mann gleich beim ersten Gottesdienstbesuch von drei Frauen angebaggert wird.

Der Roman hat es schwer in Fahrt zu kommen, einige Rechtschreibfehler unterbrechen hin und wieder den Lesefluss und manchmal war ich beim Lesen etwas überfordert, weil es hin und wieder in der Handlung einen Ortswechsel gab, der nicht einmal durch einen Absatz angezeigt war. Hat man sich allerdings durch das erste Viertel hindurchgelesen, nimmt der Roman Fahrt auf und Christa Wiemann baut einen guten Spannungsbogen auf.

Das erste Buch aus einem soeben gegründeten Verlag darf sich einige Anfangsfehler erlauben, die Story allerdings ist lesenswert!

Böhringer Verlag, ISBN 978-3-943-39702-4, Preis 14, 95 Euro

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