Patricia Reimann (Hg.):  Nicht ganz koscher

Autoren aus aller Welt treffen sich in diesem Buch um jüdische Feiertage nicht in erster Linie vorzustellen, sondern um das einzufangen was man so gern als das besonders jüdische bezeichnet.

So schreibt die weltbekannte in Südafrika lebende Nadine Gordimer eine Geschichte mit dem Titel "Mein Vater verlässt seine Heimat". Die Herausgeberin Patricia Reimann hat diese Geschichte interessanter Weise dem Versöhnungsfest - Jom Kippur - zugeordnet. Gordimer beschreibt das Aufbrechen ihres Vaters aus seiner osteuropäischen Heimat, auch das Verlassen bestimmter Traditionen und die lange Ankommensphase in einer Fremde die zur Heimat wird.

Auch zum Neujahrsfest (Rosch HaSchana), zum Lichterfest (Chanukka), zum Fest zum Gedenken an die Errettung der Juden durch Königin Esther (Purim), zum Fest zum Gedenken an die Vertreibung der Juden aus Ägypten (Pessach) und zum Schabbat finden sich jeweils Geschichten aus vielen Jahrzehnten die es sich zu lesen lohnt um dieses einzigartige Volk in seiner Zerstreuung auf der ganzen Welt verstehen zu lernen.

Sehr unterschiedliche Autoren wie Erich Mühsam, Lizzie Doron und Lena Mannheimer garantieren sehr unterschiedliche Blickwinkel. Dies macht dieses Buch spannend und lesenswert.

Dieses Buch ist ein Konzentrat das bei biblischen Geschichten beginnend nahtlos in Gegenwartsliteratur übergeht. Traurig ist es nicht in erster Linie, vielleicht mehr ein Gemisch aus Witz und Melancholie.

dtv, ISBN 978-3-423-13968-7, Preis 9, 90 Euro

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