Annerose Sieck:  Mystikerinnen

17 Mystikerinnen bringt uns die Historikerin Annerose Sieck näher. Dabei gelingt es ihr Einzelszenen der Frauen zu beschreiben, die sinnbildlich für ihre spezielle Vision und für ihr Bild, das wir heute von ihnen haben steht.

So manches wird dabei zurechtgerückt. Auf alle Fälle sieht die Autorin eine Renaissance der Mystik auf uns zukommen, weil sie ein Produkt der gegenwärtigen Sprachlosigkeit von Kirche, Christentum und Religion ist. Dies mag uns mit der Zeit der Mystikerinnen verbinden.

Genau deshalb ist dieses Buch in der Gegenwart so wichtig. Es zeigt wie gerade Frauen ungefragt und oft auch unerwünscht aktiv wurden und sich sehr bewußt in Männerdomänen eingemischt haben. Sie bezogen nicht nur zu theologischen, sondern oft auch zu politischen Fragen Stellung.

"Die Natur hat die Frauen mit ebenso vielen körperlichen und geistigen Gaben ausgestattet wie die weisesten und erfahrendsten Männer." (Christine de Pizan)

Sehr beeindruckend war für mich die Zahl der vielen Geschichten und Episoden, die die Autorin zusammengetragen hat und wie die Vielzahl dieser Geschichten ein Lehrbuch für die Rolle der Mystikerinnen in der Geschichte ergibt.

Deutlich zeigt Annerose Sieck das die Mystikerinnen vor Jahrhunderten begannen zu zeigen, das auch Frauen eine Meinung haben und so zu Vorreitern für feministische Bewegungen späterer Zeit wurden.

 

Thorbecke, ISBN 978-3-799-50856-8, Preis 22, 90 Euro

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