Silke Frink:  Muttersöhnchen

Dieses Buch ist ein Rückblick auf die letzten zwanzig Jahre in Deutschland. Gut hineinversetzen kann man sich in die zurückliegenden Jahre durch einen jeweiligen zweiseitigen Jahresrückblick der 1990 beginnt.

Aber diese Rückblicke umfassen neben der Politik und anderen wichtigen Ereignissen auch immer den Einblick in die familiäre Situation der Autorin Silke Frink. Humorvoll, als nehme sie sich heute hin und wieder dafür selbst auf die Schippe, beschreibt sie die Zeit, in der sie ihren Sohn und ihre Tochter bekam. Es war die Zeit in der die Väter bei der Ankunft ihrer Kinder deren Nabelschnur zu durchtrennen hatten und eine Ausrede für das Fernbleiben im Kreissaal eben nur eine Ausrede war.

Gut nachvollziehbar schildert Silke Frink diese Zeit und ich finde mich ohne Schwierigkeiten in ihr wieder. Sie geht sehr konsequent der Frage nach was wird aus der Generation, die nun beginnt Familien zu gründen. Es ist eine völlig neu erzogene Generation in einer ebenso völlig neuen, sich immer schneller verändernden Gegenwart.

Ziemlich oft, für mein Empfinden zu oft, spricht sie sogar von einer "Verweiblichung der Gesellschaft". Soweit würde ich nicht gehen, dennoch ist ihr Buch bis zur letzten Seite spannend. Sie laviert sich durch Themen wie Gleichberechtigung der Frau und Väterrolle, recherchiert genau gemachte Fehler und präsentiert mit ihrem Buch einen witzigen Ist - Zustandsbericht ihrer Familie und unserer Gesellschaft, glasklar wird mir der ernste Hintergrund dabei.

Ein lohnendes Mehrgenerationenbuch!

 

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-06741-4, Preis 16, 99 Euro

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