Laurence Gonzales:  Lucy

Lucy ist eine 15-jährige Teenagerin, die bis auf wenige Wochen ihres ersten Lebensjahres, im Kongo aufgewachsen ist. Ihr Vater ist englischer Wissenschaftler und lebt zurückgezogen mit seiner Tochter im Dschungel, um Bonobos zu beobachten.

Auch die Amerikanerin Jenny reist aus Liebe zu den Bonobos oft in den Kongo, um ihr Verhalten zu beobachten. Immer wenn sie während ihres Aufenthaltes Lucys Vater besucht, fällt ihr die Wortkargheit des Engländers auf.

Plötzlich überrollt eine neue Welle des Bürgerkriegs das afrikanische Land. Jenny packt schnellstens ihre Habseligkeiten und rennt in das Lager von Jucys Vater. Erschossen findet sie ihn. Dabei findet sie auch die weinende und traumatisierte Lucy. Sie nimmt sie mit, packt noch schnell die Tagebücher des englischen Wissenschaftlers ein und beiden gelingt die Flucht.

Als Jenny dann mit Lucy in Chicago ist, will sie eigentlich Lucys Verwandtschaft in England ausfindig machen. Aber schon bald wird ihr klar, dass Lucy niemanden in England kennt.

Jenny beginnt in den Tagebüchern ihres Kollegen zu lesen und kann nicht glauben was sie dort erfährt. Lucys Vater hat Versuche mit einem Bonoboweibchen durchgeführt, um zu beweisen, dass beide miteinander Kinder zeugen können. So erfährt Jenny, dass Lucys Mutter eine Bonobo ist.

Dennoch beschließt Jenny die Teenagerin zu adoptieren und ihr Geheimnis zu hüten. Lange gelingt ihr dies allerdings nicht.

Diese moderne Tarzangeschichte ist keinesfalls eine billige Kopie. Neben der packenden Story gelingt es dem begnadeten Erzähler Laurence Gonzales oftmals mit seinen philosophischen Einschüben, den Leser zum Nachdenken über unsere Leben in unserer modernen Welt anzuregen. Dabei spielt die Ehrfurcht vor dem Leben nur eine von vielen Rollen.

Wer sich gern an die alte Tarzangeschichte erinnert, der wird Lucy lieben und mit ihr mifiebern!

dtv, ISBN 978-3-423-24890-7, 14, 90 Euro

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