Alexander Peer:  Land unter ihnen

Gerade einmal 118 Seiten braucht Alexander Peer um in unnachahmlicher literarischer Qualität das Leben von Hernan Cortes in all seiner Tiefe und Intensität nachzuzeichnen.

Als Leser werde ich Zeuge, wie der Konquistador mit seinen Leuten an der Küste Mexikos im 16. Jahrhundert landete und von den Bewohnern des farbenprächtigen Reiches erzählt. Es ist erschreckend mit welcher Brutalität die Spanier in ihrem Eroberungszug vorgehen.

Wenn dieses Buch sicher auch kein wissenschaftliches Werk sein will, so ist es doch eine Novelle die mit aller Gründlichkeit der Welt, von den Schrecken der Europäer berichtet. Es wird deutlich, dass es nicht nur ein Raubzug war, sondern die finanzielle und auch geistliche Vergewaltigung eines ganzen Volkes.

Beim Lesen denke ich oft an die gegenwärtigen Eroberungszüge. Egal ob reiche Völker sich gegen arme erheben oder reiche Menschen gegen arme Menschen, Eroberungszüge gibt es auch in der Gegenwart zu Genüge. Wenn wir nicht blind durch unseren Alltag gehen, werden wir dies täglich aufs Neue bestätigt finden. Ob Alexander Peer beim Schreiben seines Buches wohl auch an sie gedacht hat?

Auch wenn es einem die Schamesröte ins Gesicht treibt, sollte man als geschichtsbewusster Mensch dieses Buch lesen!

 

Limbus Verlag, ISBN 978-3-902534-45-3, Preis 15, 90 Euro

Nach oben