Klaus Berger:  Kommentar zum Neuen Testament

An Klaus Berger scheiden sich nach wie vor oft die Geister. Manchen ist er ein theologischer Rebell der zu viel in Frage stellt und wieder anderen ist er ein aktuell wichtiger Zeitgeist, der gern fertige Denkschablonen verlässt um nachzuschauen und zu hinterfragen.

Mit seinem Mamutprojekt »Kommentar zum Neuen Testament« hat der Autor einmal mehr bewiesen, dass er neu und auf der Höhe der Zeit Fragen stellt und das er noch immer Spaß am Streiten und Diskutieren über theologische Sachverhalte hat. Der Kommentator Klaus Berger hat den Lebensalltag seiner Leser genau vor Augen. Er kennt die Stolpersteine des Glaubens. So spricht er offen aus was vielen Christen oft in ihrem ganz persönlichen Glauben Schwierigkeiten bereitet. Bei Matthäus 1, 18-24 fragt Klaus Berger ob wir denn die Mutter Jesu heute wirklich noch als Jungfrau brauchen.

Für jeden Laien gut verständlich beantwortet Berger dann warum es eben auch in der Gegenwart wichtig bleibt Maria weiterhin als Jungfrau zu bezeichnen.

Besonders gespannt war ich auf Bergers Kommentar zum Johannesevangelium. In diesem Buch und besonders unter dem Eindruck der Quellen von Qumran sagt der Autor ganz eindeutig: »Nein, es ist judenchristlich und erörtert das für Juden einzig wichtige Problem, nämlich das Verhältnis zwischen Jesus und Gott und ob Jesu Aussagen über sich selbst Gotteslästerung sind.«

Daraus ergibt sich dann auch Bergers frühe Datierung des Entstehens des Johannesevangeliums auf vor 70 nach Christus. Damit steht er zwar nicht allein da, hat aber auch wissenschaftliche Widersacher. Was mich beeindruckt, ist seine Argumentationslinie, diese ist sauber und gut nachvollziehbar.

Klaus Bergers Lebenswerk wird auf Jahre hinaus ein wichtiger Meilenstein in der Auslegung des Neuen Testaments sein und Bestand haben!

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-08129-8, Preis 44, 00 Euro

 

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