Astrid Köhler:  Klaus Schlesinger

Astrid Köhler ist mit dieser Biographie ein sehr einfühlsames und doch respektvolles Buch über Klaus Schlesinger gelungen. Sehr gut hat sie es verstanden zu zeigen, wie Schlesinger über die gesamte DDR - Zeit als stiller Rebell innerhalb der Kunstszene gewirkt hat.

Ihre Einteilung in sechs Abschnitte sind ebenfalls sehr gelungen:

Geboren in was für eine Welt?
1937-1945

Suche, Spiel und Selbsterprobung
1945-1961

Kreativität und Widerspenstigkeit
1961-1970

Wider das Nischendasein
1971-1980

Verweigerung der Bürgerlichkeit
1980-1989

Das Leben nach "Pest" und "Cholera"
Oder: Jenseits der Alternativen
1990-2001

Beim Lesen sind mir nicht nur viele Dinge aus Schlesingers nicht eben immer geordneten Privatleben begegnet, sondern, die Autorin hat es verstanden gleichzeitig auch einen Streifzug durch die Szene damals zu unternehmen.

Selbstverständlich, dass das politische System immer wieder eine Rolle im Buch spielt. Dadurch hat Schlesinger sich ja eben genau so und nicht anders entwickelt. Und so ist dieser Rückblick auch zu einem geschichtlichen Streifzug durch die unterschiedlichen Welten der DDR geworden.

Astrid Köhler hat damit eine Duftnote gesetzt die ihresgleichen sucht und den Vergleich mit keiner anderen Biographie scheuen muss!

Aufbau, ISBN 978-3-351-02736-0, Preis 26, 99 Euro

Nach oben