Kurt Leutgeb:  Kirchstetten

In den Ort Kirchstetten an der österreichisch - tschechischen Grenze führt uns Kurt Leutgeb mit seinen Geschichten, die allerdings Jahrzehnte auseinanderliegen und auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben.

Ausgerechnet Breschnew heißt der sowjetische nicht linientreue Dichter, dem von den sozialistischen Staatsorganen 1972 nahegelegt wird das Land für immer zu verlassen. L. I. Breschnew hieß auch der damalige Partei - und Staatsführer der Sowjetunion. Genau hier setzt Leutgeb ein. Er nimmt die Namensgleichheit der beiden Männer nicht nur als humorvolle Einlage, er dringt tief in menschliches Empfinden ein.

Dies ist nur eine von drei Geschichten und immer wiederholt der Autor sein Spielchen und wird dabei keineswegs langweilig. Wer diese Zeit bewußt miterlebt hat, der kann bestätigen: Ja so war es. Wer zu den später Geborenen gehört, der wird vielleicht ein wenig mit dem zu kämpfen haben was Kurt Leutgeb alles an politischem Wissen voraussetzt.

Als ich mit dem Lesen der leider nur 110 Seiten begann, freute ich mich auf die Ausflüge in miterlebte Geschichte. Als ich das Buch durchgelesen hatte war ich in der Gegenwart angekommen. Politische Zeiten ändern sich, der Mensch dagegen nicht sehr.

Bei Kurt Leutgeb treffen Geschichte und Gegenwart aufeinander!

Limbus Verlag, ISBN 978-3-902-53452-1, Preis 15, 90 Euro

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