Günther Blamberger: Heinrich von Kleist

 

Pünktlich zum Kleistjahr erscheint die Biographie des Dichters, geschrieben vom Präsidenten der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft.

Anders als andere Kleist-Biographen nimmt Blamberger Kleists inszenierten Freitod nicht vorweg, sondern beginnt mit einem Kleist Steckbrief, einer grundsätzlichen Annäherung an die Person Kleist und die Vorangehensweise beim Schreiben der Biographie.

Die eigentliche Lebensgeschichte erzählt er chronologisch, aber nicht, ohne immer wieder Querverweise und Vorausdeutungen zu geben oder aus Briefen von und an Kleist zu zitieren. Blamberger versucht Kleist in dessen Hier und Jetzt begreiflich zu machen, ihn in seinen Lebensumständen darzustellen. Und dies gelingt ihm, indem er nicht allein auf Kleist, sondern auch auf die Zeitumstände fixiert ist. So erkärt er zum Beispiel die Bedeutung für Kleist, Sproß einer adligen Familie zu sein oder den Zustand des preußischen Militärs, ohne allerdings dabei zu weit vom eigentlichen Thema abzuweichen. Dabei zeigt Blamberger aber auch die Grenzen auf, denn aus Kleists Kindjeit und Jugend-, sowie Militärzeit existieren nur wenige bis gar keine schriftlichen Quellen.

Ausführlich geht er auch auf Kleists Werk ein und beleuchtet im vorletzten Kapitel Kleists Freitod. Das letzte Kapitel ist seinem Nachruhm gewidmet. Hier erfährt man unter anderem vom versuchten Freitod J. R. Bechers nach Kleists Vorbild.

Alles in allem ist dies eine sicher nicht nur für Kleist - Kenner, sondern auch für Kleist - Neueinsteiger eine empfehlens- und lesenswerte Biographie.

 

S. Fischer, ISBN: 978-3-10-007111-8, Preis: 24,95

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