Erwin Uhrmann:  Glauber Rocha

Sie haben noch nie etwas von Glauber Rocha gehört? Sie kennen nicht einmal den Film "Diario de Sintra" von ihm? Bis zu diesem Buch kannte ich beide auch nicht.

Rocha ist ein brasilianischer Filmemacher, der nach Sintra ins portugiesische Exil gegangen ist. Uhrmann ist fast besessen davon, nach Spuren dieses längst verstorbenen Künstlers zu suchen.

Er schlüpft dazu in die Rolle des Assistenten einer internationalen Sammlungskuratorin die sich auf den Weg nach Portugal macht um Gemälde einzukaufen. Überall wo es sich anbietet, fragt der Assistent nach Glauber Rocha und bekommt fast immer nur fragende Blicke als Antwort.

"The Asthetic of Hunger, Glauber Rocha."

Manchmal erinnert sich jemand an den Namen, aber etwas wissen . . .? Uhrmanns Assistent träumt sogar von Rocha. Er trifft auf eine Künstlerin die eine Freundin hat und von der weiß sie, dass sie viel von Glauber Rocha zu sagen weiß.

Als die kranke Sammlungskuratorin in ein Krankenhaus eingeliefert wird, ergreift der Assistent seine Chance und fährt nach Sintra. Auf eigenartige Weise stolpert er in ein unbewohntes, aber doch möbliertes altes Haus.

"Glauber ist auch hier."

hat ihm im Traum eine Stimme gesagt, aber das Haus bleibt leer. Obwohl der Assistent weiß, dass Rocha seit vielen Jahren tot ist, schaut er sich aufmerksam im Haus um.

Für mich wurden in diesem Büchlein zwei Ebenen sehr deutlich. Die Eine war die Suche nach Glauber Rocha und dem was von ihm geblieben ist und das Andere, dass sich Gedanken machen um das, was generell bleibt wenn jemand geht. Erwin Uhrmann verfügt über bewundernswerte sprachliche Mittel wichtige Sachen mitzuteilen die einem noch lange nachgehen.

Gegen Ende des Buches findet der Assistent dann doch noch Glauber Rocha. Seine Suche hat sich gelohnt.

Unbedingte Leseempfehlung!

 

Limbus Verlag, ISBN 978-3-902-53446-0, Preis 10 Euro

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