Rick Mofina:  Geächtet

Scheinbar passt zu Beginn dieses atemberaubenden Thrillers nicht viel zusammen. In Wyoming kann sich Emma Lane gerade noch aus dem Auto befreien, mit dem ihr Ehemann Joe gerade einen Unfall erlebt hat. Joe stirbt noch am Unfallort. Aber ihr Sohn Tylor wird entführt. Lange muss Emma darum kämpfen, dass man ihr dies glaubt. Ärzte und Psychater gehen davon aus, dass Tyler im Auto verbrannt ist.

Zur gleichen Zeit sterben zehn Menschen in Rio de Janeiro in einem Cafe. Die Redakteurin einer Online - Nachrichtenagentur hatte soeben einen Anruf von einer fremden Informantin bekommen. Sogleich verabredet sich Gabriela Rosa mit der Unbekannten. Dann fliegt das Cafe in dem sich beide treffen in die Luft.

"Unterschätze niemals den Wert einer Information."

Jack Gannon wird von Amerika aus nach Brasilien geschickt um seinen Kollegen von der Nachrichtenredaktion eine Stütze zu sein. Sehr beliebt ist er nicht, so manch einer zweifelt an seinen Fähigkeiten . . .

So nach und nach ergeben sich beim Lesen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Geschichten. Rick Mofina schreibt spannend und in hohem Tempo. Niemand wird beim Lesen von Langerweile geplagt werden.

"Gretchen! Hilf mir, Gretchen!"

Immer drängender stellt sich die Frage was ist aus Tyler geworden? Was hat eine gewisse Dr. Gretchen Rosamunde Sutsoff mit der Geschichte zu tun? Und vor allem was hat das alles mit Samenproben, abnormer DNA, Bakterien, Infektionen und Viren zu tun?

Der Autor ist als gefragter Journalist auf allen Erdteilen unterwegs. "Geächtet" ist keinesfalls ein Sachbuch, sondern ein erdachter Thriller, aber dennoch hat Rick Mofina all sein Wissen über Menschen die unwissenentlich als Versuchskaninchen missbraucht wurden, einfließen lassen.

Wer diesen Thriller gelesen hat, dem erscheint ein Menschenleben um so wertvoller.

 

Mira Taschenbuch, ISBN 978-3-899-41847-7, Preis 8, 95 Euro

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