Christina Theising:  Feminism kosher

Christina Thesing geht in aller Gründlichkeit der Frage nach WIE Frauen das amerikanische Judendum beeinflussen.

War es tatsächlich eine Eroberung? Warum nehmen seit einem halben Jahrhundert immer mehr Frauen im amerikanischen Judentum in Liturgie und Gemeindeleben eine sichtbarere aktive Rolle ein?

Mit dem stellen dieser speziellen Fragen wird es notwendig, dass die Autorin sich die Anfänge des Judentums in Amerika anschaut und immer wieder auch die unterschiedlichen Strömungen im Judentum beachtet. Mit Akribi und Fleiß hat sie dies getan und dabei ist es ihr gelungen ihre Forschungsergebnisse so in Textform zu bringen, dass interessierte Laien diesem Buch gut folgen können.

Mithilfe zahlreicher Quellen hat Christina Thesing einen fundierten Blick in die Geschichte des Judentums in Amerika, immer unter Berücksichtigung der Rolle der Frau, gewagt und sie hat eine profunde Arbeit über den Ist - Zustand ihres Themas abgegeben. Sehr deutlich ist dabei geworden, dass dieses Thema nicht abschließend behandelt werden kann. Es ist wie bereits seit Jahrzehnten zu beobachten, in Bewegung und noch lange nicht abgeschlossen.

Spannend ist es mit der Autorin gemeinsam die Quellen der Veränderungen aufzuspüren. Vor 50 - 60 Jahren beispielsweise waren die Frauen im amerikanischen Judentum so kämpferisch bei der Sache und haben viel erreicht, dass der Betrachter nun vielleicht der Annahme sein könnte, der Kampf wäre abgeschlossen. Christina Thesing jedoch meint zu sehen: "... die Suche nach neuen Zielen und neuen Herausforderungen hält an."

Christina Thesing ist mit ihrer Dissertation eine seriöse Einführung ins Thema gelungen. Was bei mir haften bleibt: ist vor allem die unterschiedliche Motivation die zur Entstehung der feministischen Strömungen im amerikanischen Judentum führte, die Realisierung bislang erreichter Ziele und die Einsicht, dass der Prozess der "Sturm - und Drangzeit" vielleicht gerade eine etwas ruhigere Phase erlebt, aber längst nicht abgeschlossen ist.

 

Ulrike Helmer Verlag, ISBN 978-3-897-41315-3, Preis 39, 95 Euro

Nach oben