Petros Markaris:  Faule Kredite

Im Sommer 2010 spielt dieser neue Kommissar - Charitos - Krimi. Er enthält tiefe Einblicke in das Pleite geschüttelte Griechenland.

Die Tochter des Kommissars heiratet und ihr Vater hat ein Gefährt, dass man schon lange nicht mehr als Auto bezeichnen kann. Er braucht also ein neues Auto mit dem er seine Tochter am Hochzeitstag in allen Ehren vor die Kirche fahren kann.

Lange hält die Ruhe in diesem Krimi jedoch nicht an und die Autofrage wird bald schon zum geringsten Übel. Da wird zum Beispiel ein enthaupteter Banker gefunden, Kommissar Charitos selbst spürt überall im Alltag und in seinen Ermittlungen wie Veränderungen sein Heimatland ihm teilweise fremd erscheinen lassen.

Egal ob dieser Mord, ständige Demonstrationen, überall verändert sich Griechenland in diesen Tagen und Wochen und Altmeister Petros Markaris ist es wunderbar gelungen diese Stimmung in seinem Krimi einzufangen.

Wäre es alles nicht so bedrohlich, könnte man als Leser sicher unbeschwerter über die humorvoll geschriebene Geschichte lachen.

Neben der Handlung ist dieses Buch auch deshalb so lesenswert, weil unverfälschte Stimmen aus Griechenland zu hören sind. Ich als Leser erfahre wie der "Normalgrieche" denkt und was er vom politischen Handeln sogenannter europäischer Freunde hält.

Hochinteressant und empfehlenswert!

 

Diogenes, ISBN 978-3-257-06793-4, Preis 22, 90

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