Christian Gerlach:  Extrem gewalttätige Gesellschaften

Dieses Buch ist der gelungene Versuch aus wissenschaftlicher Sicht heraus das Phänomen von Massengewalt zu erklären. Der Autor dringt vor zu den Wurzeln, dorthin wo die Scheußlichkeit der Massenvernichtung seinen Anfang nimmt.

Teil I. Partizipatorische Gewalt
Teil II. Die Krise der Gesellschaft
Teil III. Allgemeine Bemerkungen

"Diese Studie" so Christian Gerlach, "verwendet den Ansatz "extrem gewalttätige Gesellschaften" auch nicht als Schablone für ein einheitliches Vorgehen, sondern will das Potenzial dieses Ansatzes in verschiedener Weise ausloten; zu diesem Zweck untersucht jedes Kapitel spezifische Probleme, statt dass alle eintönig immer die gleichen Fragen abhandeln und an einer gemeinsamen Struktur kleben."

Was dieses Buch zudem anschaulich und gut lesbar macht, sind die Beispiele die der Autor bringt. Egal ob es der Massenmord 1965 in Indonesien ist oder der Massenmord 1971 in Bangladesch, Gerlach schreibt so, dass immer deutlich wird wie der jeweilige Konflikt begann, welche Mechanismen ineinandergriffen bevor es dann zum Unheil kam. Gerlach schreibt nachvollziehbar und lässt seinen dicken Wälzer zu einem spannenden Buch über die Entstehung von Gewalt werden.

Spannend sind auch die Überlegungen des Autors wie wohl eine Gesellschaft aussehen müsste, die Gewalt völlig auflöst. Falls es auf diese Frage überhaupt eine befriedigende Antwort gibt, hat Gerlach sie nicht gefunden.

Dennoch darf dieses Buch als wichtiger Beitrag im Hinblick auf die Menschheitsentwicklung betrachtet werden. Christian Gerlach schaut sehr genau hin auf das Entstehen von Gewalt und zeigt auf wie "Extrem Gewalttätigen Gesellschaften" zu begegnen ist.

DVA, ISBN 978-3-421-04321-4, Preis 39, 99 Euro

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