Bruno Epple:  Erntedankfest

Grad ist er 80 geworden. Hier legt er seine von ihm erschaffenen Schmuckstücke vor und ich bin erstaunt über die Buntheit und Vielfalt in seinen kurzen Geschichten und auch in seinen Gedichten. Manchmal könnte man meinen, dieser Epple schreibe mit dem Pinsel!

Wohlsortiert stehen seine Texte im Buch. Voran gehts mit Epple auf der Schaukel. Sein Vater schraubte für ihn die Haken der Schaukel in den Balken. Dank ihm kann Bruno nun die Welt erobern und wie er es tut.

Der in Rielasingen im Hegau Geborene schreibt knapp, dafür intensiv und tief. Jeder Satz bei ihm sitzt in seiner Gesamtheit. Epple weiß genau, wer etwas bewegt und warum sich alles vorwärts bewegt. Er lehrt mich an seinem Apfelbaum Demut. Nicht der Apfelesser ist der Entscheidende, sondern der Apfelbaum. Nicht der Ertrag aus den verkauften Äpfeln ist das Entscheidende, sondern ganz allein der Apfelbaum. Von Bruno Epple etwas zu lesen, heißt Weisheit aufsaugen!

Ein anderer Aspekt ist mir wichtig aus diesem Buch. Epple ist auch Chronist seiner Zeit. Wer weiß heute noch zu sagen, was ein Dengler tut, wenn er dengelt? Er übt sich mit viel Geduld in Gleichmut und Bruno Epple versucht mit Buchstaben und Worten Zeit festzuhalten.

Mit seinen 250 Buchseiten fährt Bruno Epple eine Lebensernte ein, die nur so vor Weisheit und Reife strotzt. Es ist ein "Erntedankfest", das eine ganze Epoche beinhaltet.

Ich hoffe darauf, dass Epple weiter erntet!

Klöpfer & Meyer, ISBN 978-3-86351-014-5, Preis 22, 00 Euro

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