Albert Holler:  Entfernte Heimkehr

Langsam geht der Autor auf die 60 zu, schreibt sein erstes Buch und beschäftigt sich sehr intensiv mit seinem Vater darin. Es tut dem Buch gut, dass Albert Holler so lange damit gewartet hat, um so merklicher spürt der Leser Tiefe und Reife seines Werkes.

Sein Vater Karl war ein Entwurzelter, der nicht nur nirgends zu Hause war, sondern der auch politisch Anfang des letzten Jahrhunderts nirgends dazugehörte. Zwischen Salzburg, Jugoslawien, den Partisanen und wieder Salzburg verbrachte er ein Leben überall und war doch ein Fremder, auch seinem Sohn gegenüber. War es die Zeit die ihn so machte?

Hollers Buch hat mich so sehr beeindruckt, weil er mit einfachen Worten nach der tiefen Beziehung zwischen ihm und seinem Vater sucht. So ganz nebenbei erfährt der Leser sehr viel von den großen politischen Geschehnissen jener Zeit.

Manchmal habe ich den Eindruck Albert Holler geht stellenweise zu hart mit seinem Vater ins Gericht und dennoch: es ist nur sein Vorrecht so über Karl Holler zu schreiben.

Gute Bücher dieser Art sind auf unserem überschwemmten Büchermarkt sehr selten geworden, dieses empfehle ich gern weiter!

 

Residenz, ISBN 978-3-701-71564-0, Preis 21, 90 Euro

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