Gaby Köster / Till Hoheneder: Ein Schnupfen hätte auch gereicht

Nach ihrem Schlaganfall musste Gaby Köster drei lange Jahre zwangspausieren. Nun hat sie ihr Buch vorgelegt und schreibt sich in ihm all ihren Frust und alle ihre Last der zurückliegenden Zeit von der Seele. Dies befreit und befördert Geld in die Taschen!

Wir sind doch schon ein komisches Völkchen. Während man unserer Gesellschaft immer mehr Verrohung und menschliche Kälte vorwirft, laufen wir doch zielstrebig den literarischen Ergüssen Prominenter Menschen hinterher. Ganz egal ob sie feuchte Schoßgebete gen Himmel schicken oder einem lahmen Fußballgott frönen.

Gaby Köster macht ihre ganz persönliche Bestandsaufnahme, zieht Bilanz. Sie fragt genau nach, nachdem was bleibt und nachdem was kommt. Wer ihr Buch gelesen hat, der wird Glück neu definieren müssen!

Was hat es schon für einen Sinn von Millionen zu träumen und insgeheim doch zu wissen man wird sie nie bekommen. Gaby Köster macht klar: Sie sieht ihre zweite Chance für sich und die will sie nun packen. So wie wir sie kannten ist sie wieder da: Nicht kleckern sondern klotzen!

Bleibt ihr zu wünschen, dass sie es schafft und dabei nicht übertreibt. Hoffentlich hat sie Glück wirklich neu definiert. Glück haben und glücklich sein entscheidet sich nicht an Verkaufszahlen oder Einschaltquoten.

Wenn ich richtig zwischen den Zeilen der Gaby Köster gelesen habe, dann ist da doch nicht die Alte zurück. Die Neue gefällt mir beinah besser! Vielleicht kann sie mit ihrem Buch sogar dazu beitragen, dass wir alle Glück neu definieren.

Scherz, ISBN 978-3-502-15188-1, Preis 18, 95 Euro

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