Bernd Ziesemer:  Ein Gefreiter gegen Hitler

Bernd Ziesemer, macht sich sechzig Jahre nach Kriegsende und dreißig Jahre nach dem Tod seines Vaters auf den schwierigen Weg, dessen Spuren als Gefreiter im II. Weltkrieg zu finden. Auch in seiner Vater - Sohn - Beziehung war es so, dass viel zu wenig über diese Zeit gesprochen wurde.

"Aber die Chance, etwas aus erster Hand von meinem Vater über sein eigenes Schicksal in der nationalsozialistischen Diktatur zu erfahren, wurde von mir verspielt. Ich fragte auch damals nicht nach."

Heute hat Bernd Ziesemer einen israelischen Schwiegersohn und der ermutigte ihn zu diesem Buch. Karlheinz Ziesemer ist 1939 als Gefreiter durch Polen marschiert, hat 1940 an der Maas gekämpft und ist 1943 der Katastrophe von Stalingrad entkommen. Weil er Unterlagen eines Offiziers aus dem Verschwörungskreis gegen Hitler transportierte, wird der 28-Jährige 1944 zum Tode verurteilt und zu 15 Jahren Militärzuchthaus begnadigt. Sein Sohn hat Archive bemüht, Orte besucht an denen sein Vater gewesen war und ist ihm tatsächlich näher gekommen. Dabei konnte er sich auch auf wenige Gedichte und andere Aufzeichnungen seines Vaters stützen.

Was anfangs so aussah, als wäre es wichtig, um ein Bild vom Vater zu bekommen, erscheint mir mindestens genau so wichtig für den Sohn zu sein, um sich selbst zu finden!

Hoffmann und Campe, ISBN 978-3-455-50254-1, Preis 21, 99 Euro

 

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