El Awadalla:  Dort und da

Bücher in denen alle Wörter klein geschrieben werden mag ich nicht. El Awadalla hat es allerdings geschafft, dass ich ihr Buch dennoch bis zur letzten Seite gelesen habe. Als Norddeutscher hatte ich auch so manche Schwierigkeit mit dem österreichischen Dialekt, aber das Thema der Autorin war für mich so faszinierend, dass ich das Buch schnell durchgelesen hatte.

Im Roman reist eine Frau aus Österreich mit ihrem Kind in den Senegal. Das was ihr so ziemlich als Erstes geschieht, bezeichnet ein dort bereits vorhandener Deutscher sogleich als Diebstahl. Wie sich allerdings schnell herausstellt, wurde der Frau dann doch nicht ihre Handtasche geklaut, sondern sie hatte diese ganz einfach auf dem Flughafen am Schalter vergessen. Der Deutsche war enttäuscht darüber, dass die Tasche halt nur stehengeblieben ist. Einmal weniger konnte er nicht den Afrikanern Schuld zuschieben.

Beim Lesen fallen mir ähnliche Verhaltensweisen auch in Deutschland ein . . . nicht nur zu Ausländern . . .

Das Paradoxe, was die Autorin in ihrem Buch zeigt, ist, dass sie in das weit entfernte Senegal reist um dort vieles zu entdecken, was ihr längst aus ihrer Heimat, dem Burgenland, bekannt ist.

Die Reise der Frau geht weiter durch das afrikanische Land und immer wieder beschreibt sie Situationen und Verhaltensweisen, die genauso gut auch im österreichischen Burgenland, in Thüringen oder Schleswig - Holstein zu beobachten sind. Nie zuvor hat mir jemand Afrika so nahe gebracht.

Der Globalisierung ist El Awadalla weit voraus. Sie ist dem Menschen, fernab jeglicher Ländergrenzen, dicht auf der Spur, dessen Verhaltensweisen sich mehr ähneln, als wir bislang annahmen.

Dieses Büchlein ist eine wirkliche Bereicherung!

Sisyphus, ISBN 978-3-901960-53-6, Preis 13, 00 Euro

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