Jean Ziegler:  Die Lebenden und der Tod

Seit bald vier Jahrzehnten ist dieses Buch ein Klassiker und meines Erachtens vor allem ein wichtiger Mahner.

In einem neuen Vorwort geht Jean Ziegler gleich mehreren selbstgestellten Fragen intensiv nach. Wie geht unsere kapitalistische Warengesellschaft heute mit dem Tod um? Hat sich etwa nach dem ersten Erscheinen des Buches vor Jahrzehnten etwas geändert? Wie trauern wir Menscen um unsere Toten? Wie steht es um unsere Beziehungen zwischen Arzt und dem kurz vor dem Tod stehenden Patienten?

Erstaunlich und erfreulich aktuell geht Ziegler noch immer mit seinem Thema um. Politisch voll auf der Höhe der Zeit nimmt er das Thema Tod und Umgang mit Sterbenden auf einen breiten Bildschirm und stellt immer wieder unbequeme aber notwendige Fragen, die wiederum zum weiteren Nachdenken und möglicherweise zu Veränderungen führen. Dies allein will der Autor gemeinsam mit seinem Leser erreichen.

Die Angst vor dem Tod ist keinesfalls geringer geworden, noch immer kommt es auf den Umgang mit ihm an. Es muss gelingen ihm einen Sinn zu verleihen. Als Streitschrift oder auch Ausgangspunkt für dieses schwierige Thema ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Endgültige Antworten kann Ziegler nicht geben, sein Buch aber ist voller Dynamit, es wird dazu beitragen das Thema voranzubringen.

Jean Ziegler hat es geschafft den Tod vom Tabu zum Thema werden zu lassen, nun geht es um einen bewusst humanen Umgang mit diesem Thema und um unsere Gesellschaft die längst nicht fit ist für Zieglers Thema!

Ecowin, ISBN 978-3-711-00018-7, Preis 19, 95 Euro

 

 

 

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