Hubertus Meyer - Burckhardt.  Die Kündigung

Simon Kannstatt wird arbeitslos. Dabei ist er nicht irgendwer. Topmanager war er und hat immer 100 Prozent gegeben, hat sogar den Geburtstag seiner Tochter vergessen. Wie kann ihn Altmann da jetzt entlassen? Er begreift es nicht - es kann doch nicht wahr sein.

Noch völlig verwirrt ruft er seine Frau an und erzählt ihr davon, dass er seinen Chef "eliminieren" will. Für Simon Kannstatt ist die Welt im Kriegszustand. Was hat er denn jetzt noch in seinem Leben? Seine drei Frauen, Ehefrau und beide Töchter, sind ihm völlig entfremdet. Jetzt kauft er sich eine Waffe um Altmann zu töten.

Bruchstückhaft erinnert sich Kannstatt an seine Kindheit, es bleiben nur Gedankensplitter. Plötzlich ruft er sich wieder zur Ordnung und sucht einen Flieger. Natürlich kommt nur einer mit Business - Claas für ihn in Frage. Kannstatt will zu Altmann.

Dieser kleine aber feine Roman von Hubertus Meyer - Burckhardt ist keine Schwarz - Weiß - Malerei zwischen Kannstatt und Altmann, es ist vielmehr eine sehr genaue Beschreibung der deutschen Gegenwart. Mit Sätzen wie: "Wir Dichter und Denker sind verdammte Dilettanten im Handeln. Und jetzt bin ich in den Armen eines Rock'n'Roll - Ajatollahs gelandet . . ." trifft der Autor mitten in den deutschen Alltag, legt er seinen Finger in die Wunde die vor sich hin gärt und die Menschlichkeit in unserer Gesellschaft vor die Hunde gehen lässt.

Kannstatts größter Fehler war, dass er die Verantwortung für sein Leben an andere abgegeben hat. An dem Tag an dem dies geschehen ist, begann die Entfremdung Kannstatts von sich selbst. Spannend bleibt bis zum Schluß die Frage ob es ihm gelingt seine Kehrtwendung hinzubekommen.

 

Ullstein, ISBN 978-3-550-08849-0, Preis 18, 00 Euro

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