Dietz Bering:  Die Intellektuellen im Streit der Meinungen

Wer ist ein Intellektueller? Was macht ihn zum Intellektuellen? Wo sind sie heute zu finden? Stimmt es, dass sie in einem hohen Turm sitzen und ihr Kopf manchmal sogar vom vielen Nachdenken qualmt?

Die Menschheit hat seit Jahrhunderten beschlossen sich eine eigene Kaste mit dem Stempelaufdruck "Intellektuelle" zu leisten. Wir brauchen Menschen die laut denken, die neue Horizonte entdecken, zu denen wir emporblicken und denen wir vertrauen oder die wir manchmal auch hassen. Eine genaue Definition schafft selbst Dietz Bering nicht in seinem Buch.

So lernt der Leser auf den ersten Seiten in einem Gesamtblick wichtige Intellektuelle unterschiedlichster Richtungen und Zeiten kennen. Egal ob sie aus den Reihen der KPD vor hundert Jahren entstammen oder ob es Jürgen Habermas und Axel Honneth ist.

Was Dietz Bering allerdings mit seinem beeindruckenden Werk gelungen ist, dass ist eine wohl erstmals vorgelegte Sammlung von Beiträgen Intellektueller der letzten 120 Jahre. Autoren wie Lenin, Barres, Mannheim, Schmid, Gehlen, Habermas und Sartre sind dort zu finden. Diese Texte mit viel geschichtlichem Abstand noch ein mal zu lesen, lässt auch die Leistung eines Intellektuellen deutlich werden. Nicht alles was diese Herrschaften einst niederschrieben ist Wirklichkeit geworden, aber vielleicht kommt es darauf auch nicht in erster Linie an. Sie haben ihre Gedanken vor uns ausgebreitet und so unser eigenes Denken inspiriert.

Ein empfehlenswertes Buch über die Funktion der Intellektuellen, wobei ich auf die Frage komme, wo sind unsere Intellektuellen eigentlich heute?

University Press Berlin, ISBN 978-3-86280-014-8, Preis 39, 90 Euro

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