Drewermann / Albus:  Die grossen Fragen

Über Gott und die Welt wurde im Verlaufe der Jahrtausende stets geredet und diskutiert, gestritten und gelogen. Freilich ändert sich der Ton, wie wir Menschen über die wichtigen Sachen des Lebens reden. Eugen Drewermann und Michael Albus trauen sich nun zu Beginn des dritten Jahrtausends über grundlegende Themen zu reden, ohne die wir Menschen nicht auskommen.

Während Albus zu jedem Thema lediglich eine kurze Einleitung gibt, versucht Drewermann seine Leserschaft direkt anzusprechen, indem er beispielsweise genau ihre Gefühle wiedergibt. So zum Beispiel beim Kapitel Macht. Natürlich fühlen wir uns alle den großen Machtfaktoren ausgeliefert, wir sind doch nur kleine Lichter die nichts tun können, hat nicht jeder schon einmal so oder ähnlich gestöhnt?

Deshalb verwundert es mich auch nicht so sehr, wenn Drewermann behauptet, wir würden n i c h t in einer Demokratie leben. Aber statt dann etwas neues in die Diskussion hineinzuwerfen, ergeht sich der Autor in Allgemeingültigkeiten, vieles von dem was er schreibt, ist nicht falsch, ich würde dem ohne weiteres zustimmen, aber es enthält nicht viel neues. Seinen Vorschlag, den heute Mächtigen "ihre Macht zu nehmen oder sie der Lächerlichkeit in ihrer Art der Machtausübung zu überliefern" kann ich nicht ernst nehmen. Nicht einmal Drewermann traue ich einen Revolutionsaufruf hier in Deutschland zu und mich über Frau Merkel totzulachen, was soll das bringen?

So geht das alles weiter. Begriffe wie Angst, Liebe, Tod, Leid, Freiheit, Gott und Traum werden ebenso behandelt.

Von diesem Buch hatte ich mir mehr versprochen. Nicht so sehr die Bestandsaufnahme, viel mehr etwas in die Zukunft Weisendes wollte ich von Eugen Drewermann lesen, leider hat er mich diesmal etwas enttäuscht!

Patmos, ISBN 978-3-843-60143-6, Preis 17, 90 Euro

 

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