Heribert Schwan:  Die Frau an seiner Seite

Heribert Schwan ist seit langer Zeit als seriöser Journalist bekannt. Jetzt ist er dem Geheimnis der Hannelore Kohl auf der Spur.

Man muss dem Autor zu Gute halten, dass er keine schmutzige Wäsche wäscht und das er sich auch nicht an Spekulationen die sich um die Frau des ehemaligen Bundeskanzlers ranken beteiligt.

Schwan hat dies nicht nötig. Ihm gelang es nicht nur als erstem Journalist Hannelore Kohl zu einem Fernsehinterview zu bewegen, er war es auch der Hannelore Kohl auf nächtlichen Spaziergängen noch kurz vor ihrem Tod begleit hat.

Bei seiner in aller Offenheit geschilderten Meinung über die Famile Kohl, kommt der Exkanzler selbst nicht sehr gut weg. Sicher ist es übertrieben, aber nach der Lektüre dieses Buches und aus der Entfernung heraus, scheint mir Hannelore Kohl nicht nur, aber auch ein Opfer des Machtmenschen Helmut Kohl geworden zu sein.

Die Frau des Kanzlers war eine ganz normale Frau ihrer Zeit. Sie kümmerte sich um die Kinder und stand gern zurück für die sehr ehrgeizige Karriere ihres Mannes. Vielleicht nahm er dieses Schattendasein seiner Frau und ihre unzähligen Dienste für ihn zuletzt als viel zu selbstverständlich entgegen und vergaß dabei immer mehr nach ihren Bedürfnissen zu fragen.

Zehn Jahre nach dem Tod von Hannelore Kohl, legt Heribert Schwan eine ehrliche und deshalb gelungene Biografie vor!

 

Heyne, ISBN 978-3-453-18175-5, Preis 19, 99 Euro

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