Rudolf Arzten:  Die Flucht - zwei Jahre im wilden Land der Unununs

Was der 1956 geborene Saarländer in seinem Buch schreibt, klingt so unglaublich, dass es sicher eine solide Grundlage für eine spannende Reportage abgeben könnte.

In 12 Kapiteln erzählt Rudolf Arzten von seiner Zeit im Gefängnis in Antalya in der Türkei. Was sich dort abspielt hat mit unserem westeuropäischem Rechtsverständnis nichts mehr zu tun. Um so verwunderlicher ist es für mich als Leser mitzuerleben, mit welch einer Gelassenheit der Autor auf diese Zeit zurückblickt. Von Zorn ist da wenig zu spüren. Von Humor sehr viel.

Arzten sagt selbst, er hat seine Geschichte nicht aufgeschrieben um als Held dazustehen, sondern um anderen Menschen sehr deutlich vor Augen zu führen: "Es gibt immer eine Lösung, man muss sie nur lange genug suchen."

Die eigentliche Story des Lebenskünstlers Rudolf Arzten ist interessant erzählt und ich will davon hier nichts verraten. Viel spannender ist für mich an diesem Buch, wie der Autor mit diesem seinem Lebenskapitel heute umgeht. Scheinbar mit Leichtigkeit oder aber, er hat die richtigen Ventile um seine Knastzeit und seinen erlebten Kulturschock zu verarbeiten.

Ein interessantes lesenswertes Buch, keinesfalls nur für Knastologen!

edition winterwork, ISBN 978-3-943-04803-2, Preis 16, 90 Euro

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