Oke / Bunn:  Die Flamme der Hoffnung

Janette Oke ist deutschen Lesern seit Jahren besonders wegen ihres erzählerischen Talents bestens bekannt. Im vorliegenden Buch beschreibt sie gemeinsam mit Davis Bunn das Schicksal der jungen Abigail aus Jerusalem im Jahr 35 n. Chr.

Aus der Zeit bis zu Jesus Tod und seiner Auferstehung wissen viele gut Bescheid. In diesem Roman allerdings wird die unmittelbare Zeit danach lebendig. Beide Autoren beschreiben Jerusalem in dieser Phase der römischen Besatzung als einen politisch brodelnden Kessel, in dem die Bewohner der Stadt gut aufpassen mussten was sie sagten um nicht in einem römischen Kerker zu landen.

Nazarener, Zeloten und Essener machten immer mehr von sich reden. Personen die mir aus der Apostelgeschichte bekannt sind, treffe ich hier wieder. Es mag sehr sonderbar klingen, aber zeitweise fühlte ich mich beim Lesen des Buches an meine DDR - Zeit erinnert. Auch damals hatten Wände Ohren. Abigail warnt im Roman davor.

Sie ist auch die Hauptfigur der Geschichte. Noch ehe sie selber an ihre Hochzeit denkt, interessieren sich zwei Männer für sie. Der Römer Linux, der als Soldat in der Besatzerarmee dient und Esra, der reiche Judäer. Als Geschäftsmann hat er Verbindungen zum Hohen Rat und könnte sich für die religiösen Freunde Abigails einsetzen, die noch immer an diesen Jesus glauben und oftmals für ihren Glauben im Kerker landen.

Weit mehr als die Geschichte zwischen Abigail, Linux und Esra, war ich beim Lesen von der Lebendigkeit der Beschreibungen des Autorenduos fasziniert.

Wer so beeindruckend und farbig wie Janette Oke und Davis Bunn aus biblischen Zeiten schreibt, sollte sich nicht wundern wenn die Leser dieses Buch zum Bestseller des Jahres krönen!

 

Gerth Medien, ISBN 978-3-865-91631-0, Preis 15, 99 Euro

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