Elsa Osario: Die Capitana

Die ungeheuere Brisanz dieses Romans besteht im Aufeinandertreffen von hautnah erlebter Geschichte und einer faszinierenden, wenn auch kurzen Liebesgeschichte.

Mika, die linke Heldin dieses Buches, führt den Leser zurück in die revolutionäre Zeit der 30 er Jahre des Spaniens im letzten Jahrhundert.

Gemeinsam mit der Kommunistin Mika bereist der Leser nicht nur Spanien, sondern auch das im Umbruch befindliche Deutschland und lernt die Grausamkeiten J. W. Stalins kennen. Selten habe ich die Politik der damaligen Zeit so gut verpackt in einem Roman lesen können.

Mika Etchebehere war eine Frau, die eines Tages bereit war auch mit militärischen Mitteln zu kämpfen. Ihre große Liebe, ihr Mann Hipolito stirbt, aber Mika kämpft weiter für ihre Ideale und wird die erste und einzige bekannt gewordene Capitana im Spanischen Bürgerkrieg.

Es ist zu spüren wie Elsa Osorio von Mika fasziniert ist, aber dies schadet dem Buch keinesfalls, reißt mich nur noch weiter und schneller ebenfalls in den Sog der Bewunderung für Mika. Als die Autorin erste Artikel über die historische Mika veröffentlichte, lebte diese noch. Sie muss eine sehr mutige Frau gewesen sein, die sich in keine politische Schablone einsortieren lässt, dies macht den Reiz dieser Frau und somit dieser Geschichte aus.

Sehr empfehlenswert!

Insel Verlag, ISBN 978-3-458-17517-9, Preis 19, 95 Euro

 

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