Verena Unsin:  Der Randgänger

"Der Randgänger" Adrian versucht gerade ohne viel Ehrgeiz im zweiten Anlauf sein Abitur zu schaffen. Freunde hat er keine. Sein Vater hat sich aus dem Staub gemacht, als er noch ein kleiner Junge war, seine Mutter hat gerade einen neuen Freund. Adrian will von ihm nichts wissen. Am liebsten sitzt er sowieso den ganzen Tag vor dem Computer.

"Er war ein Einzelgänger."

Irgendwann wurde Adrian in der Schule auf Neala aufmerksam. Sie sprach mit ihm, nahm ihn wie er war und vor Allem war er ihr nicht egal. Als die Klasse sich zu einem Theaterabend verabredete und Adrian der Einzige war, der noch keine Mitfahrgelegenheit hatte, bot sich Neala an ihn mitzunehmen. Ihre beiden Freundinnen waren verwundert, die Eine lehnte ihn sogar ab.

Adrian hatte sich schon seit Jahren eine Fassade aufgebaut, die beinah nicht zu durchbrechen war. Seine Mutter schaffte es nicht mehr und die Lehrer erst recht nicht. Oft schluckte Adrian Tabletten, trank Alkohol und setzte sich auf das Dach seines Wohnhauses und dachte über sein Leben und den Tod nach.

"Er hatte niemanden zum Reden."

"Ein Wesen aus den Hallen des Meisters." trat in letzter Zeit immer öfter an Adrians Seite. Ein junger Mann namens Benn sprach Dinge aus, die außer Adrian niemand wissen konnte, ja er sprach sogar davon, dass sein Meister ihn geschickt hatte . . .

Die junge Autorin hat sich eine gute Geschichte einfallen lassen um auf Fehlentwicklungen innerhalb unserer Gesellschaft hinzuweisen. Der Anfang der 240 Seiten ist grandios, zur Mitte hin flacht es ein wenig ab und zum Schluß bekommt der Roman einen kräftigen dramatischen Schub.

Meine Zeit mit dem Roman von Verena Unsin war ein spannendes Leseerlebnis. Der Verlag sollte die Nachwuchsautorin hegen und pflegen, leider haben wir in Deutschland nur sehr wenige junge Talente auf dem Gebiet der christlichen Belletristik, Verena Unsin ist ein solches Talent!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-4140-7, Preis 9, 99 Euro

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