Ariana Franklin: Der König und die Totenleserin

Ariana Franklin kann begeistern und ihre Leser in Atem halten. Seite für Seite bringt die Autorin ihre mittelalterliche Heldin Adelia Aguilar besser in Szene. In einer Zeit in der Frauen nichts mit dem medizinischen Handwerk zu tun haben durften, beginnt Adelia Aguilar mit ihren Ermittlungen als Totenleserin. Sie versucht die drängende Frage nach König Artus zu beantworten. Ist er tot und ist er eines der beiden Skelette?

In einem Zuge habe ich diesen Krimi verschlungen, dies spricht für seine Spannung. Manchmal allerdings hatte ich das Gefühl wie von einer Reiseleiterin durch das Mittelalter hindurchgereicht zu werden. Dies war nie langweilig, aber sehr vielschichtig. Ich habe mich gefragt ob weniger, dafür besser ausgebaut, nicht mehr gewesen wäre? Diese Frage lässt sich nicht beantworten. Mit dem was ich vor mir liegen habe, war ich dennoch sehr zufrieden.

Ariana Franklin gelingt es das Mittelalter gut in Szene zu setzen, vor meinen Augen wurde es lebendig. Die Welt des Aberglaubens ist mächtig, ein bestimmender Faktor. Sehr gut verknüpft die Autorin ihre Geschichte mit den historischen Realitäten. Der Leser bekommt so ein gutes Gespür für das 12. Jahrhundert. Heinrich II. und die Waliser bekriegen sich, sie wollen keinesfalls unter der Krone leben und hoffen auf König Artus. So kommt auch die politische Seite der Geschichte nicht zu kurz.

 

Droemer, ISBN 978-3-426-19865-0, Preis 19, 99 Euro

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