Lizzie Doron:  Das Schweigen meiner Mutter

Schmerzvoll und zugleich befreiend ist der Roman der Lizzie Doron. Sie schreibt sehr persönlich von ihrer jahrzehntelangen Suche nach ihrem Vater. Sie lebt in den 50 er Jahren als kleines Mädchen in Israel und fragt ihre Mutter beinah täglich nach ihrem Vater. Doch die Mutter schweigt. Das Mädchen fragt weiter. Alle Bekannten konfrontiert sie mit ihrer Frage nach dem Vater.

"Jemand soll es ihr doch endlich sagen!"

Das Mädchen erfährt während ihrer Suche etwas vom Vernichtungsfeldzug der Deutschen gegen die Juden. Sie hört Worte wie Buchenwald und Krematorium. Aber sie erfährt auch etwas vom Unterschied zwischen Partisan und Kapo.

Zu gern möchte die inzwischen Jugendliche wissen war ihr Vater ein Verräter? Hat er mit den Deutschen zusammengearbeitet? Gern stellt sich die junge Frau ihren Vater als Partisan vor.

"Wo, zum Teufel, hatte meine Mutter ihn begraben?"

Zwei äußerst spannende Momente hat dieses Buch. Da ist natürlich die verzweifelte Suche einer Tochter nach ihrem Vater. Da ist aber auch der für mich völlig neue Blick auf das Nachkriegsisrael und der damals dort aufwachsenden Generation.

Bei Lizzie Doron wird aus der Suche nach einem ihr unbekannten Vater, das Finden verschütterter Wurzeln!

DTV, ISBN 978-3-423-24895-2, Preis 14, 90 Euro

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