Gabi Kreslehner:  Das Regenmädchen

 

Dieser Kriminalroman fordert den Leser besonders deshalb, weil er ihn aus der gewohnten Erwartungshaltung herausholt.. Die österreichische Autorin benutzt eine nicht ganz einfach zu lesende Sprache, vielleicht ist ihre Sprache sogar ein Stück weit holprig, aber der Tod eines gerade verliebten Mädchens ist ja auch nicht normal. Als ich mich erst einmal in diesen Krimi und die ganz eigene Sprache hineingelesen hatte, hörte ich die poetischen Klänge der Gabi Kreslehner.

Da wird ein Mädchen im Regen stehend von einem BMW - Fahrer über den Haufen gefahren, schnell ist klar, es ist Mord. Die Kommissarin scheint bei ihren Ermittlungen immer mehr auf eine Wand des schweigens zu stoßen.

Das Mädchen Marie ist tot, vom Leben hat sie noch nichts gehabt, oft nur die Schattenseiten abgegriffen. Da bleibt die große Frage: Wer hatte ein Interesse daran sie gerade zu diesem Zeitpunkt zu töten?

Von Beziehungen, Beziehungsgeschichten und mehreren Erzählebenen lebt dieses Buch. Da ist der Mord an Marie zwar die Geschichte die dem Krimi den Stempel aufdrückt, aber in diesem Buch stehen viel mehr Geschichten.

Für mein Empfinden hat Gabi Kreslehner die Gestalt der Kommissarin Oberwieser zu sehr überzogen. Mit ihren vielen privaten Problemen überlagert die Kommissarin zu sehr das gesamte Buch und dies tut ihm nicht gut.

Und dennoch empfehle ich dieses Buch gerne weiter. Zum einen wegen Marie, aber ganz besonders wegen der Poesie die Gabi Kreslehner mit ihrer Sprache versprüht.

 

Christian  Döring

 

Ullstein, ISBN 978-3-550-08860-5, Preis 18, 00 Euro

 

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