Ana Veloso: Das Lied des Kolibris

Vielschreiberin Ana Veloso ist inzwischen bekannt und ihre Fangemeinde wächst von Buch zu Buch. Ihre einfache Sprache und ihre immer spannende Erzählweise macht es einem sehr schwer, ihre Bücher vorzeitig aus der Hand zu geben.

Auch in dieser vom Verlag als "Brasiliensaga" umworbenen Buch führt sie mich wieder weit zurück in die Geschichte. Sie verbindet exakte historische Fakten mit einer guten Story. Mitte des 18. Jahrhunderts lebt in Brasilien eine junge schöne Sklavin. Diese kann etwas, was ihr verboten ist, Lesen und Schreiben.

Eine alte Sklavin beginnt Lua ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Und was diese zunächst überhaupt nicht interessiert, zieht sie dann doch in ihren Bann. Die alte Imaculada erzählt von ihrer Heimat Afrika und von ihrem Leben dort. So erfährt Lua unter anderem, dass die alte Sklavin die Tochter des berühmten Häuptlings Mukua - nguzu ist. Lua beginnt die Geschichte der alten Sklavin aufzuschreiben. Damit begibt sie sich in große Gefahr.

Beim Lesen entsteht vor meinem inneren Auge eine untergegangene Welt, in der sich Europa und auch die christliche Kirche nicht mit Ruhm bekleckert haben. All das beschreibt Ana Veloso, aber auch die Liebe der jungen Sklavin zu Ze und den unbändigen Freiheitswillen der Sklaven. Tag für Tag müssen sie auf den Zuckerrohrplantagen ihrer Herren arbeiten und aus Verzweiflung geschieht oft unfassbares . . .

Meisterlich erzählt Ana Veloso ihre faszinierende Geschichte in 47 Kapiteln. Warum allerdings vorne im Buch "Teil 1" geschrieben steht, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Vielleicht erfreut uns die Autorin ja noch mit einem zweiten Teil? Wenn dem wirklich so ist, frage ich mich warum dies dem Leser nicht mitgeteilt wird.

Unbedingte Leseempfehlung!

Knaur, ISBN 978-3-426-66334-9, Preis 19, 99 Euro

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