Thomas Franke:   Das Haus der Geschichten

 

Die Zeiten da mir der Schriftstellername Thomas Franke nichts sagte, sind mit diesem Buch endgültig vorbei. Der Berliner Autor schreibt eine Geschichte, in der viele kleine Geschichten stecken und die dennoch als Puzzle alle zusammengehören.

Marvin ist arbeitslos. Ganz allein ohne Gott aber mit Kater Poseidon auf Zeit, lebt er in einem Berliner Altbau. Beim Arbeitsamt erscheint er ständig zu spät, man kennt diese Typen ja zu Genüge. Eines Tages jedoch schickt ihn seine Fallmanagerin zu einem Antiquariat, dort wird eine Aushilfe gesucht.

Die literarische Qualität die Thomas Franke nun an den Tag legt haut mich um, erinnert mich an "Die Hütte" die uns im letzten Jahr unter die Haut ging.

Der alte Chef des Antiquariats hat im Keller seines Ladens eine "narratorische Apotheke". Zunächst kann Marvin mit dieser Apotheke nichts anfangen. Aber Stück für Stück hört er Geschichten und Texte die ihn zum Nachdenken anregen. Es sind Geschichten mit biblischer Symbolik, von denen eine ungeheuere Faszination ausgehen.

Gerade im entchristlichten Osten, im sündenvollen Großstadtmilieu lässt  der Autor Marvin Gott treffen. Hier wo man Jahrzehnte Tag um Tag hörte, dass Gott der Vergangenheit angehört, dass nur noch ein paar alte Spinner an ihn glauben, hier treffen sie aufeinander: Marvin und der liebe Gott.

Ist Marvin zu Beginn eigentlich nur der Beobachter, wie der alte Apotheker Geschichten an Patienten verteilt, so ist es spannend und höchst unterhaltsam wie auch bei Marvin Veränderungen einsetzen. Mit einem Schuss Liebe dazu ist dieser Roman ein Glanzstück am Horizont der christlichen Belletristik.

"Das Haus der Geschichten" ist für mich die deutsche Antwort auf die amerikanische "Hütte". Nicht nur von der literarischen Qualität her gesehen, sondern auch weil sie so unmißverständlich in den Lebensalltag eingreift. Jeder Leser findet sich in mindestens einer Person dieses Romans wieder. Vorsicht beim Lesen: Dieser Roman hat das Potential Menschen zu verändern. Dieses Buch wird beweisen wie sehr sich die Leserschaft nach guter christlicher deutscher Gegenwartsliteratur sehnt.

 

Christian  Döring

 

Gerth Medien, ISBN 978-3-8659-1572-6, Preis 14, 95 Euro

 

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