Julie Klassen:  Das Geheimnis der Apothekerin

 

Wir schreiben das Jahr 1810, Apothekentochter Lilly Haswell steht auf der Honeystreet Bridge und schaut sehnsüchtig auf die vorbeifahrenden Kähne. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages doch ihre Mutter wieder zu ihnen zurückkehrt.

Die Jahre vergehen und Lilly wird zu einer wichtigen Stütze des Vaters in der Apotheke. Sie kennt Kräuternamen und ihre Wirkungen, weiß um die verschiedensten Mixturen und braucht kein Buch mehr dazu. Eines Tages kommen ihr Onkel und ihre Tante aus dem feinen London und laden sie ein um in ihrem vornehmen Haus zu leben und mit ihnen rauschende Bälle und feine Gesellschaften zu besuchen. Für Lilly tut sich hier eine völlig neue Welt auf.

Nach fast zwei Jahren bekommt sie eine Nachricht von ihrer Nachbarin aus ihrem Heimatdorf. Sie teilt Lilly mit, dass es ihrem Vater nicht gut geht, "er ist nicht mehr er selbst" schreibt sie.

Die in Minnesota lebende Autorin ist in Deutschland längst keine unbekannte Autorin mehr. Sie versteht es den Leser zu begeistern. Vorhersehbar ist in diesem Buch nichts. Bis zur letzten Seite versteht  es die Autorin Spannung aufzubauen.

Die große Frage die sich durch den gesamten Roman zieht, ist die Frage nach ihrer Mutter. Wo mag sie wohl sein?

Lilly kehrt zurück in ihr Dorf, sie ist erschrocken über ihren Vater. Der "hielt die Flasche wie einen Schatz im Arm, aber sie hatte er nicht umarmt.

Neben dieser spannenden Familiengeschichte erhält der Leser  auch interessante Einblicke in das Apothekerwesen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in England. Wie war die Zusammenarbeit mit den Ärzten? Warum durfte eine Frau keine Apotheke leiten? All diese Fragen werden in diesem sehr guten Roman mitbehandelt.

 

Christian  Döring

 

SCM Hänssler, ISBN 978-3-7751-5079-8, Preis 15, 95 Euro

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