Jussi Adler - Olsen:  Das Alphabethaus

Im Breisgau spielt dieser Roman des heute bekannten dänischen Autors Jussi Adler - Olsen. Zwei britische Piloten und die kaputten Gestalten einer Nervenheilanstalt stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte, die im Januar 1944 beginnt und deren Folgen menschlich zutiefst bewegende Kreise bis in die Gegenwart hinein zieht.

Etwas komisches, tragisch - komisches hat diese Geschichte schon. Da schlüpfen Deutschlands Befreier gegen Ende des Krieges in die Rolle geisteskranker Menschenwracks die gestern noch das Sagen hatten.

Alle zusammen landen im Alphabethaus. Sie erleben Schlimmes . . .

Das Grandiose, das Buch besitzt eine zweite Erzählebene. Anfang der 70er Jahre werden die Ereignisse im längst nicht mehr existierenden Alphabethaus weitergeschrieben . . .

Die beiden Piloten sind getrennt. Sie waren nicht einfach nur Soldaten, sie waren Freunde und so versuchte einer den anderen zu finden, jahrelang. Plötzlich beschließt Bryan im Sommer 1972 nach Deutschland zurückzukehren. Er beginnt nach seinem Freund zu suchen, aber was kann schon gefunden werden, nach so langer Zeit, welche Spuren hat das Alphabethaus hinterlassen, wurde es doch Anfang 1945 dem Erdboden gleich gemacht.

Was sich nun anschließt ist mehr als nur eine Spurensuche. Es ist die Sicht eines Nichtdeutschen auf ein Deutschland in den 70er Jahren und vor allem auf seine Fähigkeit der Aufarbeitung seiner grausamen Vergangenheit. Es ist aber auch die Geschichte einer Männerfreundschaft in vielen Facetten, über Jahrzehnte hinweg.

Ein literarisches Meisterwerk, dessen Geschichte mich nachdenklich macht, die Umsetzung allerdings ist meisterhaft!

Sehr zu empfehlen!

DTV, ISBN 978-3-423-24894-5, Preis 15, 90 Euro

 

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