Kohler / Appold:  Dag Hammarskjöld

Mit diesem Buch erinnern die Autoren an den mysteriösen Tod des einstigen UNO-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld. Tenor des Buches ist es, den Schweden nicht auf einen hohen Sockel zu heben, sondern ihn in der Gegenwart als Gegenentwurf zu so manch einem Politiker zu begreifen.

Zunächst skizziert Oliver Kohler wichtige Stationen des 1905 geborenen Schweden. Eingestreut sind immer wieder Hammarskjölds Tagebucheintragungen, die sich auch im Urachhaus, dem Verlag der Antroposophen, gut verkaufen.

"'Horchen' - im Glauben - seinen Weg finden und das Gefühl haben, in Wirklichkeit ihn unter Gott wiederzufinden." Aus dem Jahr 1955 stammt dieser Satz von Dag Hammarskjöld, er scheint mir ungehört und aktuell bis heute zu sein!

Bildern von Uwe Appold sind Texte von Hammarskjöld zugeordnet. Auf den ersten Blick scheinen diese Bilder düster, jedoch mit den Worten des Schweden erhalten sie eine deutliche Richtung. Manchmal begegnet mir beim Betrachten der Gottsucher, der, der aufbricht zu neuen Ufern mit Gott Hand in Hand.

Immer scheinen mir die Bilder nicht ganz fertig zu sein. Hammarskjöld hatte noch so viel vor. Vielleicht hatten ja einige vor ihm Angst und sein Tod war ein geplanter Mord?

Dieses Buch versucht nicht die Mörder zu finden, aber es macht sehr deutlich was den heute Regierenden so oft fehlt.

Ein halbes Jahrhundert nach dem Tod von Dag Hammarskjöld zeigt uns Oliver Kohler einen Typ von Politiker, den wir in der Gegenwart dringend nötig hätten!

Was mich allerdings aufmerksam und kritisch zugleich macht, ist die Zusammenarbeit des Verlages mit dem Urachhaus. Dieser Verlag, der den Antroposophen sehr nahe steht, veröffentlicht ebenfalls ein aktuelles Buch zu Dag Hammarskjöld. Der Verlag adeo macht sogar in diesem vorliegenden Buch Werbung für das Urachhausbuch. Für mich ist diese Zusammenarbeit mit einem Verlag der Rudolf Steiner als Heiligen verehrt sehr fragwürdig!

Die Christengemeinschaft des Rudolf Steiner ist der Gegenentwurf zu den christlichen Kirchen in Deutschland. Sie ist bis heute weder im Ökumenischen Rat der Kirchen, noch im ACK in Deutschland präsent, von daher ist mir die Zusammenarbeit von adeo mit dem Urachhaus noch suspekter!

adeo, ISBN 978-3-942208-50-5

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